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Montag, 12. Oktober 2015

Klimadaten aus Kanada

So ein Klimadiagramm hat bekanntermaßen alleweil seine Tücken. Man muss so ein komisches Koordinatensystem zeichnen. Dazu braucht man ein Lineal und auch noch einen gut gespitzen Bleistift. Die Achsen müssen überflüssigerweise auch noch auf bestimmte Weise beschriftet werden und dann muss man auch noch so viele Werte, also insgesamt so um die 24, eintragen.Irgendwann weiß man dann auch gar nicht mehr so ganz genau, was jetzt nochmal die Temperatur und was der Niederschlag ist.Und dann ist wieder die Frage offen, ob das nun ein Balken-, Torten- oder was auch immer für Diagramm werden soll. Aus diesen hoffentlich nachvollziehbaren Gründen entschied ich mich dafür, dass die Schülerleinchen für den Test dann doch keins zeichnen müssen. Außerdem empfand ich das nun einer zehnten Klasse nicht mehr würdig. Ich wollte dann doch lieber wissen, ob sie in der Lage sind den Klimadaten ein passendes Plätzchen auf dem Globus zu zuordnen. Das gelang dann eher so mittelprächtig.
Doch die folgenden Antwort verschlug mir den Atem. Ist das nun schon der Klimawandel oder hat sich ein ganzes Land entschlossen seine Lage zu verändern? Wie würde das denn funktionieren? Also im Grunde sind ja Länder und Grenzen auch nur von Menschen gemacht. So wäre es doch wohl auch möglich Nationen und Grenzen auch wieder beliebig zu verändern.

Also warum sollten die Temperaturen in Kanada nicht ganzjährig um die 25°C liegen. Für den Sommerurlaub, am Strand chillen und Cocktails schlürfen geht es ab sofort nach Kanada.

In Kanada ist es immer warm.

Mittwoch, 11. März 2015

Vertretungsplan, Freistunde und ein Handwerker ohne Werkzeug

Vertretungspläne haben ihre Tücken, vor allem dann, wenn man sie nicht liest. Das gilt nicht nur für Schüler, sondern wie ich heute erfahren musste auch für mich, also für Lehrer.
Zunächst lief mir direkt in der ersten Pause eines der blonden Mäuschen aus einer achten Klasse über den Weg. Sie trug ihr süßestes Lächeln im Gesicht und flötete amüsiert: "Guten Morgen, Frau Dingens, ich hab meine Geo-Sachen nicht dabei. Ich hab den Vertretungsplan nicht gelesen." Ich war überrascht, runzelte die Stirn, weil ich kurz nachdenken musste und antwortete verdutzt: "Aber wir haben doch heute planmäßig Geographie." Sie lachte und wiederholte, dass sie aber trotzdem ihre Sachen nicht dabei habe. Dann verschwand sie fröhlich lachend mit ihren Freundinnen, die mir an dieser Stelle noch so ganz nebenbei mitteilten, dass sie auch ihre Geo-Sachen dabei hätten. Ich stell  mir gerade einen Handwerker auf einer Baustelle vor, der sein Werkzeug und sein Material vergessen hat. Optimale Arbeitsbedingungen würd ich mal sagen...

Und ich habe den Vertretungsplan auch nicht richtig gelesen, denn ich habe jetzt eine überraschende Freistunde und freu mich. Auch mal schön! Manchmal muss man eben auch einfach mal Glück haben.

Donnerstag, 6. November 2014

Bahnstreik und das Ruhrgebiet in Brandenburg

Mein Kollege Drechsler unterrichtet Wirtschaft und befragte nun heut die Schüler nach der wirtschaftsstärksten Region im schönen Brandenburg. Sein verschmitzes Grinsen im Gesicht ließ mich schon ahnen, dass die Schülerantwort wohl eher suboptimal ausfallen wird. So parierte ich blitzschnell mit meiner Antwort und rief lachend in den Raum: "Na, Berlin!" Und ich wähnte mich schon siegessicher die falsche Schülerantwort erraten zu haben. Doch Herr Drechsler schüttelte langsam den Kopf und machte noch eine kleine Pause. Wohl einfach nur, um es noch ein bisschen spannender zu machen.  "Nein, das Ruhrgebiet." Ich zog die Augenbrauen zusammen, legte den Kopf fragend zur Seite und kratzte mich kurz hinterm Ohr. "Und warum brauch ich dann fünf Stunden mit dem Zug bis nach Duisburg?" Herr Müller, die Stimme aus dem Hintergrund erwiderte nur kurz und trocken: "Bahnstreik"

Freitag, 18. Oktober 2013

Tornado und Hurrikan

Bei der Korrektur von Tests lern ich ja immer mal wieder was Neues. Auch geographische Highlights hab ich hier schon mehrfach veröffentlicht. Heute erklärt uns ein angehender junger  Mann aus der neunten Klasse, wie das so mit Hurrikans und Tornados funktioniert.

Ein Hurrikan ist Wirbelsturm der durch das warme Wasser vom Golf von Mexiko und der kalten Luft die in den Wolken ist entsteht.
Ein Tornado ist ein Wirbelsturm der durch die Rockymountens und vom Golf von Mexiko entsteht.

Montag, 29. April 2013

Der Ural - zeichnerisch dargestellt

Hin und wieder gibt's bei mir auch mal eine kleine Spielerunde. Dazu habe ich verschiedene geografische Begriffe auf Kärtchen geschrieben, die die Schüler zeichnen, erklären oder mittels Pantomime darstellen müssen. Die Anderen müssen diesen Begriff erraten. Das ist nicht nur bei den Kleinen, sondern auch bei den Großen äußerst beliebt und zwar vermutlich weil ich da immer zwei Mannschaften gegeneinander antreten lasse. So eine Wettbewerbssituation ist immer sehr motivierend, auch wenn ich den Eindruck habe, dass es letztendlich im Grund egal ist, wer gewinnt.
Bei dieser Runde hier war Mäxchen aus der Zehnten mit mal so richtig viel Elan dabei. Allerdings entschuldigte er sich bevor er den gezogenen Begriff zu zeichnen begann mit den folgenden Worten: "Ich bin nicht stolz darauf, was ich hier jetzt an die Tafel male." Mir war schleierhaft, warum er sich entschuldigte, denn es ging, wie bereits erwähnt, ausschließlich um geografische Begriffe und Mäxchen hatte soeben lediglich den Begriff "Ural" gezogen. Dennoch! Mir schwante Böses...

Mittwoch, 13. März 2013

Vernetztheit der Weltwirtschaft

Nachdem den lieben Kleinen klar sein sollte, dass Japan ein wichtiger Lieferant von technischen Gerätschaften oder wichtigen Kleinteilen für technischen Gerätschaften sind, sollten sie diese Vernetzheit der Weltwirtschaft grafisch darstellen. Aber bei der folgenden Darstellung habe ich mich erschrocken, denn der kleine Theo meint doch tatsächlich, dass nach der Atomkatastrophe von Fukushima 20% der Welt nicht mehr hergestellt werden.
Grafische Darstellung der Venetzheit der Weltwirtschaft am Beispiel Japan - oder?
Das wirft nun verschiedene Fragen auf: Wer stellt die Welt her? Wie wird sie hergestellt? Warum wurde die Herstellung eingestellt? Welche Folgen hat das? Liegt das jetzt an der globalen Erwärmung oder weil Fukushima total verseucht ist? ...

Dienstag, 26. Februar 2013

Fukushima

Aufgabe: Nenne zehn Folgen auf die japanische Wirtschaft nach der Atomkatastrophe von Fukushima!

Antwort:
Naja also die Katastrophe in Fukushima war sehr hart und die Mensch können ja jetz nich mehr dort wohnen weil eig. ... so gut wie alles zerstört ist und die Wirtschaft wollte den ja helfen und ja das Fukushima nich austirbt also die ganzen Dörfer die zerstört sind und das Atomkraftwerk ist ja explodirt und das muss ja dann alles neu gemacht werden!

Was wollte mir das Mädchen eigentlich damit sagen? Ich versteh das irgendwie nicht. Allerdings möchte ich das Ganze merkwürdigerweise auch nur ungern nochmal von ihr erklärt haben. Auch wenn ich so spontan gar nicht genau sagen kann, warum...

Freitag, 22. Februar 2013

Moskau, Moskau...

"Moskau ist ein schönes Land" - Oder was singt da eigentlich Dschinghis Khan in ihrem allseits beliebten Partyklassiker? Vielleicht kurz mal nachhören...


Na, meine lieben Schüler wissen das jedenfalls auch nicht so genau, denn sie vermuten die Stadt noch in ganz anderen Gefilden unseres schönen Planetens, wie ich bei der Kontrolle eines Tests zu diesem Thema feststellen durfte. Zunächst einmal ist Moskau nicht nur ein schönes Land, sondern liegt auch westlich von Russland und damit fast neben Polen (aber eben nur fast!) und auch ganz nah an der Grenze zur Chechischen Republik. Damit finden wir Moskau auf in der Nordhalbkugel. Natürlich ist dies alles grundsätzlich nicht so ganz falsch, aber etwas präziser war meine Erwartung für die Lagebeschreibung dann doch schon. Ich sehe Herrn Schiller schon vor meinem geistigen Auge kopfschüttelnd aufstöhnen: "Ach, Frau Dingens, sei doch nicht immer so kleinlich!" - Doch bin ich, wenn ich den Dreck das Thema ausführlich behandelt habe und sogar die räudige unhandliche Karte ausgegraben aufgehängt habe.
Achja, außerdem liegt Moskau ganz nah am Meer, nämlich neben dem Ozean Paziphisch.

Montag, 11. Februar 2013

Dem Marko seine Logik

Nach einer Woche erholsamer Ferien, die ich dazu noch weit, weit weg vom Dunstkreis der Schule und damit verbundenen, meist doch äußerst unangenehmen Tätigkeiten verbringen konnte, hatte mich nun heute endlich das Chaos wieder. Obwohl ich ja dies gar nicht vermisst hatte. Schon dieser Morgen begann viel zu früh, denn als mein Wecker klingelte, war es draußen noch dunkel und das war mir doch in der vergangenen Woche nicht ein einziges Mal passiert. Noch relativ gut gelaunt und ich möchte fast behaupten einigermaßen hoch, ach was höchst multiviert, betrat ich das Schulgebäude. Als mir Herr Schiller mit seinem strahlendsten Lächeln und schelmisch blitzenden, blauen Augen verkündete, dass sich das ganz schnell ändern werde, mochte ich ihm doch noch nicht so recht Glauben schenken. Ich zog es vor, mich zunächst voller Freude in die Arbeit zu stürzen.
Nachdem nicht nur ich, sondern auch die Schüler wieder so langsam auf Betriebstemperatur kamen, betrat die Zehnte meinen Raum und thematisch sollte es nun um Europa gehen. Die Schüler erhielten ein Arbeitsblatt, das sie mit den Rekorden unseres Kontinentes vertraut machen sollte. Dem Marko seine Logik sah nun so aus, dass er zunächst fragte, ob denn Grönland eine Insel sei. (Auf dem Arbeitsblatt wurde nach der größten Insel Europas gefragt.) Dann erklärte er mit sicherer Stimme, dass Australien ja gar keine Insel sein könne (thematisch ging es wohlgemerkt immer noch um Europa), weil es sich ja nicht bewegt und somit könne eine Insel auch dann nur eine solche sein, wenn sie sich bewegt. Außerdem befinde sich der Bosporus genau zwischen Nord- und Südamerika. Schließlich müsse das stimmen, weil das der Tim ihm so gesagt habe. Ich wollte das nicht glauben, denn Tim hatte mir nämlich eben grad richtig erklärt, dass der Bosporus in der Türkei liegt und die Grenze zwischen Asien und Europa ist. Nachdem Marko noch wissen wollte, welcher Staat unter Europa liege, Asien oder Afrika, ging ich schnell nochmal zu Tim, um zu fragen, was er denn wirklich zu Marko gesagt habe. Ja, gab Tim offen zu, er habe das Marko so gesagt, aber nur weil der mit seiner Dummheit wirklich nervt. Da musste ich total unpädagogisch lachen und sagte noch: "Ach, Tim, da hast du Marko aber schon hochgenommen." Noch im Vorbeigehen hörte ich noch, wie Marko fragte, ob denn Sardinien nicht etwas zu essen sei. Da schlug Janniks Kopf auf den Tisch. "Du meinst wohl Sardienen..."

Nebenbei machte ich mir Notizen und Julian fragte besorgt: "Schreiben Sie jetzt auch ein Buch, wie Frau Neumann." Ich lächelte verschmitzt, schüttelte den Kopf und entgegnete: "Nein, ich schreib das sogar ins Internet..."

Am Ende des Tages fragte ich dann noch André, wann wir endlich Ferien hätten. Völlig erschüttert, mit offenem Mund und einem Blick, der mir verriet, dass er mich grad für nicht zurechnungsfähig hielt, entgegnete er mir kurz, aber präzise: "Aber wir hatten doch grad." - "Mh, stimmt..."

Dienstag, 13. November 2012

Ein Drahtseilakt

Wir befinden uns im Geographie-Unterricht der achten Klasse. Es ist unruhig und laut. Ich warte darauf, dass ich endlich "Guten Morgen" sagen kann, um mit dem Unterricht zu starten. So Vertretungsstunden sind doch immer was Feines, vor allem dann wenn die Schüler der Ansicht sind, dass das doch gar kein richtiger Unterricht sei. Denn beispielsweise müssen Silke und Josh noch ganz dringend was mit Max und Konni klären. Auch Henni und Phil aus meinem kleinen Wirtschaftskurs, die ich grad noch zwei Stunden vorher in Wirtschaft hatte und die da wirklich zucker waren, sind noch am Quatschen. Meine Laune sinkt nahezu auf den Nullpunkt. Ich erhebe meine Stimme und weise kurz, aber heftig darauf hin, dass die Pause vorbei ist. Zumindest Henni und Phil zucken kurz zusammen und nehmen ihren Platz ein. 
Allerdings muss ich noch die Eine oder den Anderen gesondert ermahnen und deutlich zu machen, dass ich jetzt da sei und ich gern mit dem Unterricht beginnen würde. Ich verstehe schon, dass die Pausen viel zu kurz sind. Geht mir ja im Prinzip genauso. Aber ich hab schließlich schon meinen Darf-Schein mit Stempel von der Uni. Leider verstehen das so manche Schüler nicht, dass es nicht um meinen Unterricht und meine Noten geht. Nun es ist schon verständlich, dass in dem Alter die Frisur, das Make up oder der Käfer auf dem Fensterbrett wichtiger sind. Manchmal ist es eben auch wichtiger in der Klasse die Hackordnung wiederherzustellen und klar zu machen, was man so im Allgemeinen und im Besonderen von Unterricht und Schule hält, seitens der Schüler und dann natürlich auch meinerseits.
Mein Blick wurde ernst. Ich verschränkte meine Arme vor dem Körper und meine Stimme wurde scharf, um sich einen Weg durch den Lärm in die Gehörgänge der Schüler zu schneiden. Endlich kehrte Ruhe ein und genau in diesem Moment schaute mich Henni ziemlich entgeistert, nein, nahezu erschüttert an. Er schüttelte heftig den Kopf. "Frau Dingens in Wirtschaft sind Sie immer so lustig und gut gelaunt." Ich denke noch so bei mir, dass der Junge mal den Nagel auf den Kopf getroffen hat und antworte: "Vielleicht könntest du ja mal deiner Klasse erklären, warum ich hier immer so ernst und böse bin." Da schüttelt Henni wieder den Kopf: "Ne, das lohnt nicht." - "Stimmt, Henni, das lohnt nicht..." und lächle versöhnlich.

So balanciere ich weiter auf dem Drahtseil zwischen den Schüler, die gerne mitarbeiten wollten, sich aber nicht so recht konzentrieren können, weil die Anderen zu laut sind.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Orientierungslosigkeit

Eine meiner Ansicht nach schlichte geographische Aufgabe, die zum Aufwärmen, also laut didaktischer Klassifikation, zur Motivation gedacht war, führte mich nahezu in eine persönliche Sinnkrise. Um den lernwilligen und bis in die Haarspitzen motivierten Kinderchen einen groben Überblick über die physische Geographie der USA zu geben, bekamen die Lieben die gewöhnlich durchaus beliebte Aufgabe einen Lückentext auszufüllen. Dieser Text beschrieb eine kleine Rundreise durch die USA und sollte mit Hilfe des Atlasses ausgefüllt werden. Meiner Ansicht nach, die sich im Nachhinein mal wieder als völlig verquer herausstellen sollte, müsste dies doch für eine neunte Klasse ohne größere Probleme möglich sein.
Nach dem Austeilen der Arbeitsblätter lautete direkt mal die erste Aufforderung an mich, dass ich doch schon mal die Seitenzahl im Atlas nennen solle. Natürlich tat ich das nicht, denn es war doch klar, dass zur Lösung dieses Lückentextes eine Karte der USA brauchbar wäre. Nun zumindest für mich war das einleuchtend. Diese Ansicht ist allerdings natürlich ausgesprochen arrogant, schließlich hab ich das ja auch mehrere Jahre studiert. 
Nun forderte ich die fleißigen Mäuschen auf, dass sie sich selbst eine Karte suchen sollten. Entsetzt, geradezu schockiert, rief Maja aus: "Was? Soll ich jetzt den ganzen Atlas durchblättern, um die passende Karte zu finden?" Trocken entgegnete ich nur, dass ich einer 9. Klasse nicht mehr erkläre, wie ein Atlas funktioniert, also so mit Inhaltsverzeichnis, Kartenübersicht und Register. So verdrehte Maja nur die Augen und begann doch durchaus leicht frustriert den Atlas von vorn nach hinten durchzublättern. Blöd nur, dass die Biester immer mit den ganzen detaillierten Deutschlandkarten beginnen. Das könnte nun noch ein wenig dauern.
Einige begannen schon zu schreiben und ich kontrollierte im Vorbeigehen, welche Karten aufgeschlagen wurden. Oh, dachte ich, wie schön, ich bin gespannt wie Mario die Gebirge in der historischen Karte der Bürgerkriege finden möchte. Nachdem er völlig geschafft mit dem Kopf auf die Tischplatte knallte, erklärte er mir, dass er keine Karten lesen könne. Ich erklärte ihm freundlich, dass er sich die falsche Karte ausgesucht hatte. "Aber, aber...", schnaufte er, "das ist doch eine USA-Karte." - "Ja, aber schau mal, die Karte hat doch einen Titel. Was steht denn hier?" - "Och, das ist doch Scheiße, ich wusste das ich das nicht kann." Und weil ich mit dem pädagogisch wertvoll - Stempel auf der Stirn rumlaufe, habe ich dem Jungen die richtige Karte gezeigt. Eine ähnliche Katastrophe erwartete mich bei Marc, der versuchte den Großen Salzsee auf der Weltkarte zu finden. Aber wie schon erwähnt, ich bin absolut pädagogisch wertvoll.
Noch blieb ich ruhig, aber als mich dann Mario, der zwar jetzt mit der richtigen Karte, aber schon wieder mit dem Kopf auf der Tischplatte signalisierte, dass er zu blöd sei und dass das alles Scheiße sei, schwante mir Böses. Der Junge fragte mich tatsächlich, was denn mit Gebirgszug gemeint sei. Fassungslosigkeit machte sich in mir breit. Wie erkläre ich Gebirgszug? Ähm, so irgendwie viele aneinander gereihte Berge und keine Eisenbahn in bergigen Gelände. Doch wer meint, dass sei schon alles, der irrt. Maja war schon wieder rasend und fast auf 180. Dann platzte sie direkt lauthals in den Unterricht hinein: "Und wo ist jetzt schon wieder Osten?" Ich schüttelte nur den Kopf und anstatt mit der Gegenfrage  "Schämst du dich nicht?" oder "Tut Dummheit eigentlich weh? Ich weiß das ja nicht." zu kontern, blieb ich fast versteinert stehen. "Nein, ich erkläre dir nicht die Himmelsrichtungen." - "Na gut, wenn Sie mir nicht helfen, dann kann ich die Aufgabe nicht machen." Mittlerweile hätte ich mein pädagogisch wertvoll gern in die Tonne getreten oder im Clo runtergespült, aber ich blieb doch tatsächlich erstaunlich ruhig.
Bloß gut, dass mich noch keiner gefragt hat, wozu er später mal Karten lesen muss. Schließlich gibts doch Navis, GPS und gugl mäps.

Dienstag, 25. September 2012

Biologisch-geographisches Fundstück

Manchmal fallen einem Zettelchen in die Hand, manchmal nimmt man den Schülern auch Zettelchen ab. Eigentlich fies, denn früher hab ich doch auch Zettelchen geschrieben. Dabei sollte ich doch schon fast froh darüber sein, dass sich die Schüler von heute noch Zettelchen schreiben und nicht simsen oder gar während des Unterrichtes via fäsbuck so Dinge posten.

Das heutige Fundstück stammt aus dem Biologieunterricht von Frau Neumann und wirft mehrere Fragen auf, wie beispielsweise:
  • Hat der Schüler gar kein Deutsch? Und wenn doch, bei wem?
  • Kann der Schüler nicht mal bis 5 zählen?
  • Will er mit diesen Fähigkeiten tatsächlich eine Abschlussprüfung in Mathematik bestehen? Und wenn ja, wie?
  • Und bei wem hat der eigentlich Geographie? ... oh, bei mir. Wie peinlich!


Freitag, 4. Mai 2012

Wo liegt eigentlich Japan?

Diese wirklich einfache Frage gab wirklich interessante Einblicke in das topographische Verständnis meiner Schüler. Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass Japan und China im Grunde doch dasselbe sind. Warum sollte man dann auch nicht "China" zu "Japan" sagen, denn die sehen doch da hinten eh' alle gleich aus. Dann ist Japan ja bekanntermaßen eine Halbinsel, die an der Küste liegt und zwar direkt neben Asien, so südöstlich von Deutschland. Oder Japan liegt in China. Vielleicht findet sich Japan ja auch unten rechts neben Russland am Meer.
Neben diesen interessanten Neuigkeiten berechnete eine Schülerin auch die Nord-Süd-Ausdehnung des afrikanischen Kontinents, welches die stolze Summe von 720.000.000km ergab.  (Das entspricht etwa der Entfernung des Jupiters zur Sonne. Aber ich weiß schon, ich bin mal wieder viel zu kleinlich.)

Donnerstag, 23. Juni 2011

Chinesische Mauer in Europa?

Klassenausflüge haben doch immer auch einen immens hohen Unterhaltungswert. Die Ankunft am Flughafen Tempelhof wurde mir durch einen besonders interessanten geografischen Hinweis versüßt. 

Zunächst wollte der wirklich sympathische Begleiter aus der Elternschaft eben mal einfach nur Wissen aus der Kategorie "Überflüssig" an den mehr oder zugegebenermaßen wohl eher weniger geneigten Schüler bringen. So sagte er, dass der Flughafen Tempelhof aus dem Weltall zu sehen sei und das größte zusammenhängende Gebäude Europas sei. Plötzlich schoss es aus Lisa heraus: "Ne, auf gar keinen Fall, das glaub ich nicht. Das Dingens-Center ist doch viel größer." Worauf Joyce anmerkte, dass die Chinesische Mauer doch viel, viel, viel größer sei. Da ging mein Klassenbester dazwischen und erklärte mit ruhiger Stimme, ja geradezu liebevoll, dass die Chinesische Mauer selbstverständlich auch aus dem Weltall zu sehen sei, dass China aber nun mal nicht in Europa läge. Darauf fauchte Lisa und herrschte ihn an: "Woher willst du das denn wissen?"

Was soll ich dazu noch sagen? Außer, wie eingangs bereits bemerkt, dass ein Klassenausflug immer einen ganz besonderen Unterhaltungswert hat. 

Und wer sich die Größe des Tempelhofer Flughafens nicht vorstellen kann, dem helfe ich bildlich mal nach und für alle, die nicht glauben, dass China nicht in Europa liegt, sei entweder ein Online-Karten-Dienst oder ein handelsüblicher Atlas empfohlen...

Flughafengebäude Berlin Tempelhof