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Donnerstag, 16. Dezember 2010

Volker Pispers über Lehrer

Ich hab mal wieder über Schule, Schüler und über meinen Praktikanten nachgedacht. Zum Thema "Augen auf bei der Berufswahl" fiel mir wieder ein Glanzstück von Volker Pispers ein. Einfach mal Zuhören und Nachdenken! Vielleicht sollte ich meinem Praktikanten, den Bildungsministern aller Bundesländer und der Bundeskanzlerin genau dieses Video mal zukommen lassen.


Dienstag, 23. November 2010

Praktikantenbetreuung

Vor einiger Zeit hatte ich ja schon erwähnt, dass ich nun einen Praktikanten (also ein Lehrschwein) zu betreuen habe. Ich dachte immer, dass so ein Praktikant praktisch sei, weil er einem die Arbeit abnimmt. Total daneben! Er macht richtig Arbeit und zu allem Überfluss ist er auch noch völlig beratungsresistent. Entweder will er nichts von mir lernen oder von mir kann man nichts lernen. Ich bin ja eher geneigt, die erste Aussage zu unterstützen.
Bei seinem Unterricht habe ich nun endlich auch mal die Möglichkeit die Schüler zu beobachten und es ist  - ich will mal diplomatisch sagen - äußerst interessant. Endlich kann ich mich mal dem widmen, was die Schüler  so im Unterricht treiben, wenn ihnen langweilig ist. Eine kleine Impression möchte ich nun im folgenden zeigen: Justin legte sich eine breite, silberne Kette um den Kopf, so dass sie auf der Vorderseite, also quasi in seinem Gesicht genau zwischen Oberlippe und Nase formschön zur Geltung kam. Irgendwann konnte ich  einfach nicht mehr mehr nur zuschauen und da mein Praktikant in keinster Weise Herr der Lage war, forderte ich Justin auf seine Kette so zu tragen, wie das so gemeinhin üblich ist, nämlich um den Hals. Doch Justin strahlte mich an und erklärte mir in seiner unschlagbaren, charmanten Art: "Aber Frau Dingens, das ist doch mein versilberter Bart!" Woraufhin sich Jasmin unbedingt noch einschalten musste, um mir zu erklären, dass Männer nun mal Bart trügen. Mit ernster Mine erklärte ich, dass wir uns aber in der siebten Klasse befänden und die Jungs hier keine Männer sind und damit auch noch keinen Bart tragen. Missmutig schob sich Justin die Kette aus dem Gesicht.
Fasziniert hat mich auch, wie kreativ die Schüler plötzlich werden, wenn ihnen langweilig (genauer gesagt sogar sterbenslangweilig) ist. Es wurde spontan ein Wettbewerb ausgelobt, wer denn am komischsten schreiben könne. So begannen Linkshänder mit rechts zu schreiben, Rechtshänder mit links. Vanessa erklärte lauthals, dass sie beide Hände verstaucht hätte und deswegen mit dem Mund schreiben müsse. Mein Praktikant schon völlig überfordert mit der Situation versuchte weiter seinen Stoff durchzuprügeln, während die Schüler immer kreativer wurden. So zeigte Caro ihr Geschriebenes vor und erklärte stolz, dass sie das mit geschlossenen Augen geschrieben hätte. Und wenn ich nicht der Lehrer gewesen wäre, hätte ich mir meinen Stift vielleicht in die Nase gesteckt und mitgemacht...

Und morgen betreue ich wiederum zwei Stunden meinen Praktikanten. Ich freu mich schon drauf! Ich bin begeistert! Ach scheiße, dann mach ich die Stunden doch lieber selber...

Dienstag, 9. November 2010

Praktikum und Praktikant

Diese Woche lässt sich wirklich gut an. Ich konnte richtig gut entspannen, denn mein Arbeitspensum ist derzeit drastisch minimiert. Die neunten Klassen belästigen momentan nicht mich mit ihrer Anwesenheit, sondern eher den Praktikumsbetrieb ihrer Wahl. Das sind grundsätzlich eine Menge Stunden, die ich nicht nur nicht vorbereiten, sondern auch noch gepflegt abhängen kann. Ach heutzutage heißt das ja Chillen... Das macht richtig Spaß, denn die Schule ist richtig ruhig. Die Neuntklässler sollten einfach bis zum Ende des Schuljahres dort bleiben, wo sie jetzt sind. Das würde das Schulklima und die allgemeine Arbeitsatmosphäre deutlich entspannen.
Hinzu kommt, dass ich jetzt einen Praktikanten hab. Das klingt zunächst sehr gut, denn er nimmt mir noch zusätzlich Stunden ab. Leider gibt es auch sonst kaum Vorteile, naja, eigentlich nur Nachteile... Er hat keinen Humor, keine Ausstrahlung, sieht nicht gut aus und wirkt extrem unstrukturiert und unsicher. Hatte ich schon erwähnt, dass er keinen Humor hat? Ich mache mir wirklich Sorgen! Denn ich sage nur: Augen auf bei der Berufswahl! Wenn man dann plötzlich feststellt, dass die Vermittlung von Wissen in der Schule dann doch nicht so ganz an erster Stelle steht, kann es sein, dass man enttäuscht ist. 
Es ist noch nicht so lang her als ich noch in seiner Position war und ich weiß genau, wie schwer es ist. Dennoch kann ich auch genau aus diesem Grund keine Rücksicht nehmen.