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Donnerstag, 20. Dezember 2012

Vertretungsplan

Morgen ist der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien und das haben wir uns alle auch wirklich verdient. Wer nun denkt, so kurz vor Weihnachten läuft das alles ein wenig entspannter ab, der irrt, denn bei zwei kranken Kollegen kommen ruhige und besinnliche Momente doch recht kurz. Aber schon recht, wir sind ja auf Arbeit und nicht zur Kur.

Bauernäbbing mit der Neun A


Der Kollege Drechsler, der den Plan schreibt, meint natürlich nicht Pauernapping, sondern Bauernäbbing, so auf gut Sächsisch... 

Was das sein soll? Das wollten heut auch schon so einige meiner lieben Kleinen wissen. Tilly meinte, dass das wohl etwas mit Schlafen zu tun hat, so hätte dies die Referendarin, die momentan bei uns unterwegs ist, erklärt. Tim trat zu uns und entgegnete mit seinem typisch frechen Grinsen im Gesicht, dass wir dann also morgen bei Frau Dinges schlafen werden. Tilly, der immer alles besser weiß, konterte mit sicherer Geste und fester Stimme als hätte er nicht nur die Grammatik einfach mal grundsätzlich im Blut, sondern selbst geschrieben: "MIT Frau Dingens! MIT!" In meinem Kopf fügte sich langsam der Satz und die Bedeutung zusammen. Also mit Frau Dingens schlafen...
Plötzlich brach die sonst so zurückhaltende Sandra mit mir in schallendes Gelächter aus. Sandra schüttelte ihren Lockenkopf heftig, so dass ihre schwarzen Locken wie wild hüpften. "Jetzt hat Frau Dingens bestimmt ganz böses Kopfkino!" Oh ja, dass hatte Frau Dingens, die es an dieser Stelle auch vorzog schnell das Weite zu suchen.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Einfach nur herzig...

Ich fahre gern Bus und davon hab ich auch schon einmal berichtet. Mittlerweile haben sich meine Schüler auch daran gewöhnt, dass ich neben ihnen im Bus sitze. Das "Hallo" ist nicht mehr so laut und euphorisch, wie noch zu Beginn des Schuljahres. Das macht mich auch wirklich froh, denn mit so hysterischen Begrüßungen am frühen Morgen kann ich gar nicht gut umgehen, denn ich muss schließlich so früh am Morgen auch erstmal ganz langsam wach werden. Da unterscheide ich mich kaum von meinen Schülern.
So lehnen sich meine Schüler jetzt entspannt zurück, nehmen mich kaum noch wahr. Manche kuscheln sich zur Seite und nehmen auf der Schulter des Nachbarn noch ein kleines Nickerchen. Das sieht wirklich süß aus, wenn die großen, lauten Jungs so mit geschlossenen Augen beinah miteinander kuscheln. Manche blättern auch leicht hektisch noch den einen oder anderen Hefter durch. Zu Hause, am Vortag Lernen ist ja auch voll überflüssig und anstrengend. Bekanntermaßen ist das Lernen morgens im Bus am effektivsten. Schließlich muss dann der ganze Quatsch nur mal eben für zwei oder drei Stunden ins Kurzzeitgedächtnis. Alles andere wäre ja auch überflüssig.

Manche unterhalten sich und das klingt dann unter anderem so:
Jens: "Da vorn sitzt eine, die find ich echt heiß."
Daniel: "Welche?"
Jens: "Na, da ganz vorn, mit den langen blonden Haaren..."
Daniel springt auf, schaut dem Mädchen ins Gesicht, macht auf den Haken kehrt und setzt sich wieder. Mit wiegendem Kopf und gespitzten Lippen sagt er nur kurz: "Naja..."
Jens: "Ja, aber mann, du musst auch mal in meiner Liga denken und nicht in deiner! Ich find sie gut."
Daniel: "Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters."


Etwas später steht Tim ganz langsam auf, um sich auf den Boden zu hocken, denn da liegen zwei Blätter. Vor mir sitzt die schlafende und Musik hörende Sophie. Ihr sind die Blätter wohl von Schoß gerutscht. Vermutlich hat sie auch vorgehabt, sich früh im Bus noch besonders wirkungsvoll auf schulische Pflichten vorzubereiten. Tim bewegt sich ganz sachte, hebt die Blätter auf und legt sie Sophie vorsichtig, geradezu liebevoll auf den Schoß zurück. Davon aufgeschreckt blickt Sophie irritiert um sich und Tim macht ihr in umsichtiger Weise pantomimisch (Sophie hört immer noch Musik) deutlich, was passiert ist. Beruhigt rutscht Sophie noch einmal für ein paar Minuten tiefer in den Sitz und schließt die Augen.

Und um diesen herzigen Momenten noch einen würdigen Abschluss geben, bekam ich noch zwei Herzchen: eins von Marten und eins von Jens.

Sonntag, 10. April 2011

Feiern und ausschlafen

Meine Mutter meinte immer, wer feiern kann wie die Großen, kann auch früh aufstehen. Ich war da allerdings schon immer anderer Meinung!