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Dienstag, 25. Februar 2020

Widerspenstige Kartoffeln

Einkaufen gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, vor allem bin ich beim allwöchentliche Wochenendeinkauf besonders froh, wenn ich ihn hinter mich gebracht habe. Mein Einkaufszettel ist abgearbeitet, der Einkaufswagen ist voll und nun staple ich meine Waren aufs Band, darunter auch ein Säckchen Kartoffeln, das gleich die Hauptrolle in der folgenden Anekdote spielen wird.
Zügig zieht die Kassiererin alle Waren über den Scanner. -piep - piep - piep-

Dienstag, 23. Januar 2018

Ein Stift zum Stundenende

Der Unterricht in der Neunten neigt sich dem Ende zu. Es sind nur noch zwölf Minuten bis zur Pause, vielleicht waren es auch nur noch zehn. Ich bin mir nicht ganz sicher.
Ein junger Mann meldet sich, ach was sag ich, er winkt. Er ist sehr, sehr aufgeregt. Seine blauen Augen hat er weit aufgrissen. Sein Verhalten, das dem eines aufgescheuchten Huhnes gleicht, lässt mich darauf schließen, dass das, was er sagen möchte, wirklich mal so richtig wichtig ist.
Ich möchte ihn ja gerne aufrufen, aber ich bin nicht schnell genug. Nun, ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste. Um seiner Meldung weiteren Nachdruck zu verleihen, ruft er zusätzlich meinen Namen: „Frau Dingens, Frau Dingens!!!“ (Und wenn ich drei Ausrufezeichen schreibe, dann meine ich das so.)
Ich frage ihn, was denn so kurz vor Unterrichtsschluss so wichtig sei. Er fragte in seinem zuckersüßeten Säuselton, ob er auf Toilette dürfe. "Es sind doch nur noch ein paar Minuten bis zur Pause", entgegnete ich ruhig. "Aber, aber... Frau Dingens, der Stift malt schon..."

Donnerstag, 30. Januar 2014

War Lance Armstrong auf dem Mond?

Neulich fragte mich der Phil ganz aufgeregt, ob ich denn glaube, dass Lance Armstrong tatsächlich auf dem Mond gewesen sei. Seine blauen Augen leuchteten, so versuchte ich ihn mit seiner Frage ernst zu nehmen, da ich davon ausging, dass der Junge wirklich Interesse an dieser Geschichte hatte. Nur fiel es mir schwer die Fassung zu wahren, denn irgendwie haut das mit dem Namen ja nicht so ganz hin. Natürlich war mir klar, worauf er hinaus wollte. Schließlich kenne ich diese Verschwörungstheorie, dass die Amerikaner die Mondlandung angeblich nur im Studio inszeniert haben sollen. Allerdings hatte ich keine Lust mich dazu zu äußern, da mir das auch irgendwie egal ist.

Doch bevor ich Phil zunächst auf den falschen Namen hinweisen konnte, gesellte sich Daniel zu uns und merkte an, in Denkerpose mit der Hand am Kinn: "Aber, Frau Dingens, aber war das nicht Louis Armstrong. Lance war doch so ein Jazzmusiker." Ich musste tief durchatmen und konnte kaum noch an mich halten. Mir liefen schon fast die Tränen. Marten, den ich aus den Augenwinkeln beobachten konnte, hatte vor Lachen schon einen hochroten Kopf und erklärte, dass Lance mit dem Fahrrad sicherlich länger bis zum Mond gebraucht hätte, aber mit entsprechenden Doping wäre es sicherlich möglich. Jetzt brach zunächst meine ruhige Fassade und dann auch in lautes Gelächter aus. Ich rang nun wie Marten nach Luft. Und irgendwie war das jetzt so ein Insider-Ding zwischen Marten und mir. Phil stand immer noch mit seiner Frage und nun dazu noch völlig hilflos in einer Gruppe weiterer Schüler, die alle keine Ahnung hatten, worum es ging. Nach einer Weile bekam nun auch Marten wieder Luft und sortierte dann fachkundig die Namen. Daniel rieb sich das Kinn und nickte wissend: "Ja. Stimmt. Neil Armstrong war der auf dem Mond..."

Montag, 23. September 2013

Rosinen

"Ich mag Rosinen, auch wenn ich meine Tage habe..."

Ich runzelte die Stirn. Lieschen erkannte meinen fragenden Blick und entgegnete mir mit einem mildem Lächeln im Gesicht: "Frau Dingens, denkense jetzt darüber nicht zu viel nach!" Dann drehte sie ab und lachte nur.

Freitag, 30. November 2012

Eine Nachricht

Normalerweise schreiben sich ja Schüler untereinander Briefchen. Doch heute bekam Frau Neumann eine kleine Nachricht von einem Schüler zugeschoben. Mit diesem Briefchen kam sie dann aus dem Unterricht, schob ihn mir quer über den Tisch mit einem zauberhaftem Lächeln im Gesicht zu und mit einem nahezu verschwörerischen Unterton flüsterte sie: "Da schreibt doch jemand einen Blog..."
Sie erklärte mir noch kurz, dass sie dieses Zettelchen von Momo bekam. Als sie direkt hinter ihm stand, schob er ihr den folgenden zu...

und drin stand...

Freitag, 6. Januar 2012

Pas de bras, pas de chocolat

Morgen will ich ins Kino gehen und ich hab da schon vor Wochen eine gaaanz heißen Tipp aus Frankreich bekommen. Gestern lief er dann an "Les Intouchables". Das Feuilleton überschlägt sich, wenn es über diesen Film schreibt, der von schon 17 Millionen Franzosen gesehen wurde. 
Die Zeit titelt: "Lebensfreude und nichts anderes." Die FAZ schreibt hier werde "Ungleiches zart und lustig" vereint. Wie dem auch sei, ich freu mich auf richtig guten Schwarzen Humor, denn das sei ein wichtiger Grund für den Erfolg des Filmes, so die Junge Welt. Gute-Kumpel-Filme gibt es doch wie Sand am Meer. Nur der deutsche Titel sei wohl etwas unglücklich holprig: "Ziemlich gute Freunde".

Ob der ganze Film nur lustig ist, nur Tränen lacht oder ob er zu Herzen geht, also ob es sich tatsächlich lohnt, kann ich vielleicht ein anderes Mal berichten... Ich erwarte auf jeden Fall so einiges. Einfach gutes Kino mit Herz, Humor und Verstand.




ähm, achja, vielleicht sollte ich den Titel noch schnell übersetzten: "Keine Arme, keine Schokolade"

Montag, 5. Dezember 2011

Nur zwei Stullen

Heute Mittag hatte ich Aufsicht in der Cafeteria. Bei dieser Aufsicht geht es in erster Linie darum, die Kinder zu guten Tischmanieren (wie beispielsweise Essen mit Besteck und Eintopf nicht vom Brot abschlabbern) und zu Sauberkeit (also nicht die ungeliebten Zwiebelstückchen mit dem Löffel aus dem Teller quer über den Tisch zu katapultieren) zu animieren. 
Nach dem Mittagessen verweigerte ein sonst äußerst friedlicher und liebenswerter Schüler das Tischabwischen. Er verließ mit nicht zu überhörendem Gemaule den Raum und verweigerte schlichtweg die von mir aufgetragene Aufgabe und das obwohl er derjenige war, der verschiedene Bestandteile seines Eintopfes über den Tisch verteilte. Egal, was ich sagte und egal, wie ich es sagte - nichts wirkte. Selbst die Drohung eines Cafeteria-Verbotes für eine Woche stieß nur auf ein gelangweiltes Schulterzucken. Mein Standpauke perlte an ihm ab, wie der Regen an so einer neumodernen nanobeschichteten Oberfläche.

Ich war enttäuscht, aber vor allem wütend und zwar so unfassbar wütend, dass mir die Tränen kamen. Beim Weg über den Schulhof, zurück ins Lehrerzimmer, riefen mir ein paar Schüler nach: "Was'n los Frau Dingens?" Wie ein trotziges Kleinkind hätte ich am liebsten mit dem Fuß aufgestampft, mir die Rotze mit dem Ärmel von der Nase gewischt und ihnen mitgeteilt, dass der Christoph ein beschissenes, verficktes Arschloch ist und dass er sich mal selber ficken könne. Aber da ich ja wieder so irgendwas mit Pädagogisch sein muss, blieb es dann nur bei einem lauten und wütendem "Nichts!"

Nach dieser eiskalten Abfuhr wieder im Lehrerzimmer angekommen, wühlte ich in meinen Papierstapeln und fluchte leis vor mich hin. Zum einen, weil ich so einen verfluchten, verfickten Kackzettel suchte, auf dem ich mir heut Notizen und Noten zu Referaten der Neunten vermerkt habe und zum anderen, weil dieser beschissene Stapel an Kurztests auf meinem Schreibtisch einfach nicht kleiner wird. Neuerdings mache ich ja auch noch Heftkontrollen. Diese sagenhaft fantastische Idee hatte ich wahrscheinlich, weil damit die Stapel auf meinem Schreibtisch auf diese Weise noch schneller in unermessliche Höhen wuchern können. Der überaus sympathische Herr Schiller, der mir gegenüber sitzt, strahlte mich mit seinen blauen Augen an, zwinkerte und fragte nur: "Frau Dingens, na wat is los?" 
Da konnte ich nicht mehr, da brach es aus mir raus und zwar alles. Das mit den verfickten Stapeln auf meinem Tisch, die einfach ums Verrecken nicht kleiner werden wollen. Das mit dem beschissenen Zettel mit den Noten der Referate. Dann zu allerletzt noch das widerlich großkotzige Benehmen von Christoph. Und das alles nur wegen zwei Stullen, die der Meier auf dem Tisch liegen lassen hat und weswegen der Christoph den Tisch nicht abwischen wollte.

Donnerstag, 24. November 2011

Anton und das Kochen

Wir haben mal wieder eine Projektwoche. Tooooooooll!

Die Projektgruppe "Kochen" berichtete mir über ihre zahlreichen kulinarischen Genüsse, die dort zubereitet werden. Anton sprach mit Ina und mit einem mokanten Grinsen im Gesicht sagte er zu ihr, dass es sehr schade sei, dass Tilly heut beim Kochen gefehlt hat. Ina grinte nur: "Wieso? Brauchtet ihr etwa Speck?" Anton lachte. "Nein, Hühnerbrust..."

Boah, war das fies! Dennoch muss ich gestehen, dass ich mir das Lachen nicht verkeifen konnte, auch wenn das vermutlich total unpädagogisch war.

Montag, 31. Oktober 2011

Arschkalt

Ein lohnenswerter Kinobesuch war das heut. Nicht nur lustig und tiefsinnig, sondern auch mit zahlreichen Lebensweisheiten gespickt, wie zum Beispiel:
Das Leben ist wie ein Brot. Je älter es wird, desto härter wird es.
Aber auch die Musik war schön...

Freitag, 28. Oktober 2011

Komplimente

Heut hat mir mein Lieblings-Dennis fast die Schamesröte ins Gesicht getrieben, indem er mir ein Kompliment machte, von dem ich zwar ausgehe, dass es nur geheuchelt war, aber in meinem Inneren zutiefst darum bete, dass er es ernst gemeint hat. Schließlich war es doch zu schön.
Er sagte: "Frau Dingens, Sie sehen wirklich noch sehr jung aus, also höchstens 20, aber nur, weil Sie sich älter geschminkt haben." Ich hätte den Jungen auf der Stelle vor Freude zu Boden knutschen können. Am liebsten hätte ich ihn für dieses Kompliment auf einen Drink eingeladen. Natürlich habe ich weder das eine noch das andere gemacht, weil eine Horde anderer Schüler um uns herum standen. Obwohl ich schon ein klein wenig Lust dazu gehabt hätte. Denn wann bekommt man als Frau schon solche Komplimente und dann noch von so einem jungen Kerl! Da würde man sich schon ganz gern mal angemessen bedanken.
Naja und außerdem wissen wir doch alle wie Gerüchte entstehen! Nämlich genau so! Schüler verstehen den Humor nicht und schon hat Frau Dingens was illegales mit einem Schülern... Oder so!?

Dienstag, 6. September 2011

Hinter den Kulissen

Bei uns herrscht, wie in jedem anständigen Lehrerzimmer immer geschäftiges Treiben. Jeder Kollege ist stets um qualitativ hochwertige Arbeit bemüht. Die Vorbereitungen, die selbstverständlich bereits in häuslicher Vorarbeit geleistet wurden, werden nochmals geprüft und die erforderlichen Kopien sind freilich auch schon vor dem Unterricht gemacht worden, nein, ich meine natürlich bereits am Vortag. Dennoch wird jede einzelne Kopie nochmals nachgezählt und kontrolliert. Mit größter Sorgfalt werden Test und Arbeiten korrigiert. Zweifelsfälle werden immer im Kollegium ausschließlich unter pädagogischen Gesichtspunkten diskutiert. Im Lehrerzimmer herrscht immer angemessenes Schweigen und distanzierte Zurückhaltung. So oder so ähnlich stellt man sich vielleicht die Pausen im Lehrerzimmer vor.

Das entspricht in unserem Kollegium auch den tatsächlichen Tatsachen. Immer, fast immer. Nur ganz selten schreckt der eine oder andere Kollege nach Ansprache (meistens will die Sekretärin irgendwas) aus seinem feierlichen Schweigen hoch, reißt die Augen auf und wehrt fast schon schülergleich ab: "Ich war es nicht! Ich hab nix angefasst!" Und schon erklärt uns unser Lieblingsgrieche, dass dies aber im Grunde doch sein normaler Arbeitstag sei, ja geradezu bulemisch würde er sich hier bewegen. Dann zelebriert er noch einen seiner mehr als beliebten Kalauer, in deren Genuss wir leider viel zu selten kommen. Beispielsweise begrüßte er die neue Kollegin Neumann mit den Worten "die ist aber neu, mann!" Worauf Herr Schiller mit dem geschickten Konter des Deutschlehrers antwortete: "Hör bloß auf du, ich weiß, wo dein Haus wohnt!" Die neue Frau schlug nur  die Hände über dem Kopf zusammen. Offensichtlich fragte sie sich gerade, wo sie denn hier gelandet sei. Sie schüttelte den Kopf mit den Worten: "Auweia, auweia, ich krieg ganz böse Ohrenkrebs!" Mit einem milden Lächeln beschwichtigte sie Herr Schiller: "Da gewöhnst du dich schon dran..."

Es gibt aber auch Tage, da sieht es in unserem Lehrerzimmer ganz anders aus. Aber leider viel zu selten... Vor allem wird da auch mal gelacht, denn das passiert in unserem Lehrerzimmer nur ganz, ganz, ganz selten!

Spaß im Lehrerzimmer: Vor, während und nach der Arbeit

Donnerstag, 16. September 2010

The man who went to Malta

Die Arbeit kann doch so unglaublich viel Spaß machen und unendlich lustig sein, wenn es solche Pausenfüller gibt. Ich habe heut aus diesem Grund Tränen gelacht...