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Freitag, 19. Dezember 2014

Pudding und Weihnachtsferien

Wenn ich an den heutigen Schultag denke, muss ich immer noch schmunzeln, denn so etwas ist mir, so glaube ich, noch nie passiert. Gut, ich mache den Job jetzt noch nicht so lange, dass ich auf eine gefühlte hundertjährige Karriere zurück blicken kann, aber so ein paar Jährchen habe ich nun schon doch die Tafel im Rücken.
Ich musste heute Mittag meine kleinen Schülerleinchen fast schon rausschmeißen, denn sie wollten, so hatte ich zumindest den Eindruck gar nicht nach Hause. Doch wie konnte mir das passieren? 

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Die Freiheit des Fliegens

Fliegen ist ja wirklich schon was ganz Feines. Ruckzuck ist man von A nach B gedüst. Von Berlin nach Paris braucht man gut anderthalb Stunden. So klein ist die Welt! Das ist doch wirklich beeindruckend.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich an fast jeder noch so tollen Sache auch etwas zu maulen finde. Leider. Ich will aber an dieser Stelle nicht über die ökologische Sauerei sprechen, die das Fliegen nun mal mit seinem unfassbaren Energieverbrauch und dem exorbitanten CO2-Ausstoß nun mal ist. Nein, ich spreche von den Dingen, die jedem Flugpassagier vor dem Betreten des Flugzeuges am eigenen Leib erfährt. Und zwar meine ich in diesem Fall wirklich am eigenen Leib.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Rotz, Schnief, Hust

Da freut man sich schon Wochen im Voraus auf die verdienten Ferien und das auch schon allein deswegen weil sich dieses Schuljahr sich in etwa doppelt so lang anfühlte wie die vergangenen. In der Fantasie malte ich mir aus, was sich alles mit dieser wunderbaren Zeit im Sommer anstellen ließe. Nicht nur allein dieses Ausschlafen und sich treiben lassen, ist wunderbar. Ich könnte mir ein bisschen Luxus gönnen, über schicke Boulevards flanieren, elegant gekleidet in einer schicken Bar Cocktails schlürfen oder auch einfach mit Lesen, Musik hören und Latte Macchiato den Tag und den Sonnenschein genießen. Ach welch wunderbare, entspannte Vorstellung.

Doch bekanntermaßen sollte man nicht den Tag schon vor dem Abend loben, denn schon am ersten Ferientag spüre ich das Kratzen im Hals. Das Schlucken fällt schwer. Das ließe sich ja zur Not auch noch ignorieren, wenn nicht am nächsten Tag noch eine verstopfte Nase und leichte Kopfschmerzen hinzu kommen würden. Am dritten Tag ist dann alles zu spät. Nicht nur dass ich vor Schmerzen kaum aus dem Bett komme, ich bekomme auch kaum die verklebten Augen auf und auch kaum noch einen Ton aus dem Hals. Das was ich da zwischen meinen Lippen hervorpresse, ist wohl eher ein Krächzen und hat nun so gar nichts mehr mit meinem zarten Stimmen zu tun, welches normalerweise aus meiner Kehle trällert.

Mittlerweile ist eine Woche vergangen, in denen ich mich vom Bett ins Bad und wieder zurückschleppe. Zwischendurch das durchgeschwitze Shirt wechsle und froh darüber bin, dass ich mein zartes Stimmchen zwischen dem Gekrächze wiedergefunden habe. Und vor allem ist mein Humor wieder zurück, der allerdings noch nicht so recht stabil arbeiten mag, denn wenn allein die Vorstellung möglicherweise auch NUR am Strand zu liegen, noch zu anstrengend erscheint, dann brauch ich wohl noch einige Tage zur Genesung.

Freitag, 31. Januar 2014

Winterferien

Der heutige Vertretungsplan war nicht nur sehr bunt, sondern offenbarte auch die tatsächliche Länge der Ferien, nämlich genau von 12:20 - 13:50. Außerdem hatte keiner, also wirklich keiner, noch nicht mal so ein vorwitziger Schüler bemerkt, dass das falsche Datum auf dem Plan stand. 

Ach, ist ja auch egal, Hauptsache Ferien!


Mittwoch, 21. August 2013

Ferienbedingter Sprachverlust

Ich weiß, ich weiß. Lange musstet ihr auf neue Geschichten warten und dabei liegen einige Anekdoten in Form von kleinen Zettelchen mit Stichworten auf meinem Schreibtisch. Mir fehlte die Muse, mir fehlten die Worte. Zeit hatte ich ja jede Menge, denn es sind ja nun erst seit zwei Wochen und 3 Tagen wieder Schule. Aber vielleicht lag es ja auch genau daran, dass sich meine Gedanken den Raum nahmen, sich keck erhoben, ausflogen und sich nicht durch Worte fesseln ließen.

Aber heut plötzlich sind sie alle wieder hier. Heut macht es mir wieder Spaß und die Worte fließen. Und gleich gibt es eine neue Schulgeschichte. Und vielleicht laufen ja dann auch die anderen Geschichten, die hier auf meinem Schreibtisch geparkt sind. Ich hätte da noch folgende Themen in petto: Zähneputzen, Wichsfleck und Fleischwunde bei der Flucht.

Sonntag, 7. Juli 2013

Meer oder weniger

Schon am Anfang des Jahres gab es Urlaubseindrücke unter der Überschrift "Meer sein" und genau das habe ich wieder getan. Einfach mal einsteigen, aussteigen und dann das Meer genießen. 

Diesmal stellte ich fest, dass das Meer ja mal mehr oder weniger ist. Als ich in diesem kleinen schnuckeligen Örtchen am alten Hafen feststellte, dass da ja gar kein Wasser ist, konnte ich mir die Frage nach dem flüssigen Zeugs, das da normalerweise unter den Bötchen ist, glücklicherweise gerade noch verkneifen. Dieser Fakt sollte für mich als studierte Geografin natürlich keine Überraschung sein, aber es war auf den ersten Blick schon doch ziemlich ungewöhnlich für mich und für mich stand plötzlich eine doch geradezu existenzielle Frage im Raum: wie kommen denn die süßen, kleinen Bötchen aus dem Hafen raus aufs Meer? Da ist ja gar kein Wasser.

Ich glaube meinen Schülern bringe ich das unter der Überschrift "Ebbe und Flut" bei. Verrückt!

obere Reihe: weniger Meer, mehr Meer; untere Reihe: der alte Hafen, meine Füße mit Sand

Donnerstag, 20. Juni 2013

Schools out und bayrische Provinz

Raus aus der Schule, rein in den ICE und ab nach Bayern. Zug fahren und gerade ICE ist bei den momentanen tropischen Temperaturen schon mutig, zumal ich noch die Bilder im Kopf habe als im vergangenen Sommer Menschen aus überhitzen Zügen getragen wurden, weil die Klimaanlage ausgefallen ist. Aber was solls! Gestern noch in der Schule und heute in der bayrischen Provinz am See. Kann ein Kulturschock größer sein? 

Montag, 11. Februar 2013

Dem Marko seine Logik

Nach einer Woche erholsamer Ferien, die ich dazu noch weit, weit weg vom Dunstkreis der Schule und damit verbundenen, meist doch äußerst unangenehmen Tätigkeiten verbringen konnte, hatte mich nun heute endlich das Chaos wieder. Obwohl ich ja dies gar nicht vermisst hatte. Schon dieser Morgen begann viel zu früh, denn als mein Wecker klingelte, war es draußen noch dunkel und das war mir doch in der vergangenen Woche nicht ein einziges Mal passiert. Noch relativ gut gelaunt und ich möchte fast behaupten einigermaßen hoch, ach was höchst multiviert, betrat ich das Schulgebäude. Als mir Herr Schiller mit seinem strahlendsten Lächeln und schelmisch blitzenden, blauen Augen verkündete, dass sich das ganz schnell ändern werde, mochte ich ihm doch noch nicht so recht Glauben schenken. Ich zog es vor, mich zunächst voller Freude in die Arbeit zu stürzen.
Nachdem nicht nur ich, sondern auch die Schüler wieder so langsam auf Betriebstemperatur kamen, betrat die Zehnte meinen Raum und thematisch sollte es nun um Europa gehen. Die Schüler erhielten ein Arbeitsblatt, das sie mit den Rekorden unseres Kontinentes vertraut machen sollte. Dem Marko seine Logik sah nun so aus, dass er zunächst fragte, ob denn Grönland eine Insel sei. (Auf dem Arbeitsblatt wurde nach der größten Insel Europas gefragt.) Dann erklärte er mit sicherer Stimme, dass Australien ja gar keine Insel sein könne (thematisch ging es wohlgemerkt immer noch um Europa), weil es sich ja nicht bewegt und somit könne eine Insel auch dann nur eine solche sein, wenn sie sich bewegt. Außerdem befinde sich der Bosporus genau zwischen Nord- und Südamerika. Schließlich müsse das stimmen, weil das der Tim ihm so gesagt habe. Ich wollte das nicht glauben, denn Tim hatte mir nämlich eben grad richtig erklärt, dass der Bosporus in der Türkei liegt und die Grenze zwischen Asien und Europa ist. Nachdem Marko noch wissen wollte, welcher Staat unter Europa liege, Asien oder Afrika, ging ich schnell nochmal zu Tim, um zu fragen, was er denn wirklich zu Marko gesagt habe. Ja, gab Tim offen zu, er habe das Marko so gesagt, aber nur weil der mit seiner Dummheit wirklich nervt. Da musste ich total unpädagogisch lachen und sagte noch: "Ach, Tim, da hast du Marko aber schon hochgenommen." Noch im Vorbeigehen hörte ich noch, wie Marko fragte, ob denn Sardinien nicht etwas zu essen sei. Da schlug Janniks Kopf auf den Tisch. "Du meinst wohl Sardienen..."

Nebenbei machte ich mir Notizen und Julian fragte besorgt: "Schreiben Sie jetzt auch ein Buch, wie Frau Neumann." Ich lächelte verschmitzt, schüttelte den Kopf und entgegnete: "Nein, ich schreib das sogar ins Internet..."

Am Ende des Tages fragte ich dann noch André, wann wir endlich Ferien hätten. Völlig erschüttert, mit offenem Mund und einem Blick, der mir verriet, dass er mich grad für nicht zurechnungsfähig hielt, entgegnete er mir kurz, aber präzise: "Aber wir hatten doch grad." - "Mh, stimmt..."

Mittwoch, 20. Juni 2012

Ferien

Früher, gefühlt vor mindestens hundert Jahren, gab es ein schönes Ritual. Am letzten Schultag vor den Sommerferien am Ende des letzten Appells des Schuljahres kam ein Lied vom Band und zwar das ultimative Sommerferienlied aller Zeiten und überhaupt.

Frank Schöbel - Ferien



Donnerstag, 26. Januar 2012

Vaduz, Vaduz, Vaduz

Die meisten Schüler meiner Zehnten arbeiten ruhig und konzentriert, füllten mit den Köpfen in den Atlanten ihr Arbeitsblatt mit allen europäischen Ländern aus. Nur Karl las Zeitung, aber egal, wenigstens nervte er nicht. Plötzlich schreckten die Jungs und Mädels hoch und drehten sich um. Ich schaute in die vorletzte Reihe, wo Marios Hand noch flach auf dem Tisch lag. Vermutlich hat er mit seiner flachen Hand auf den Tisch geschlagen. Er schnaufte ein wenig, seine Nüstern blähten sich nervös und er rollte mit den Augen. Ich wartete darauf, dass er Feuer spie. Ganz vorsichtig ging ich auf ihn zu und fragte, ob ich ihm denn helfen könne. Langsam, gaaanz langsam, aber bestimmt schüttelte er den Kopf und zwischen zusammengebissenen Zähnen kämpfte sich der Name seiner Banknachbarin hervor: "Aileen! Bitte!"
Aileen lächelte unschuldig und strich sich mit der linken Hand ihre langen braunen Haare aus dem Gesicht. Ihre braunen Kulleraugen leuchteten. Mario kämpfte immer noch mit sich. "Aileen, hör bitte auf! Vaduz, Vaduz, Vaduz!" Dann lachte Aileen hell und gab ihre Erklärung dafür, warum sie immer den Namen der Hauptstadt Liechtensteins vor sich hin murmelte. "Wenn ich es vor mich hersage, dann find ich es schneller!" Mario schien kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Er verdrehte nochmals die Augen, blickte wie zu einem Stoßgebet gen Himmel und bekreuzigte sich dann noch ein wenig zu pathetisch.
Manche mögen seine Reaktion für völlig überzogen halten, aber all denen sei gesagt, sie kennen Aileen nicht. Ihr Freund teilte einer lieben Kollegin vor kurzem völlig unvermittelt mit, dass er ja durchaus auf Mädels stünde, die ein wenig schusselig seien, aber Aileen würde es dann doch übertreiben.
Aileen hatte nun ihren Kopf wieder in den Atlas versenkt, um weiterzusuchen. Erschrocken schaute sie nach oben, erst sah sie mich an und dann Mario. "Jetzt hab ich vergessen, was ich suche!" "Vaduz", antwortete ich vorsichtig, denn ich sah schon, dass Marios linke Augenbraue wieder nervös zu zucken begann...

Am Ende der Stunde gab es glücklicherweise keine Toten, sondern nur fröhliche Schüler, die mir schon mal schöne Ferien wünschten, falls wir uns morgen nicht mehr sehen sollten. Da trat Nico an mich heran, senkte seine Stimme in einen etwas seltsamen Tonfall, der durchaus als bemitleidend zu erkennen war und merkte noch an, dass wir Lehrer ja nun leider auch in den Ferien in die Schule kommen müssten. Ich fragte entgeistert, wie er denn darauf komme. (Nur so nebenbei möchte ich doch noch anmerken, dass das nicht so ganz falsch ist, aber wir müssen nicht in jeden Ferien auf der Matte stehen.) "Naja" begann er zu stottern, "das hat mir mal jemand erzählt, dass Sie auch in den Ferien hier sein müssen." Daniel schritt beherzt ein und konterte blitzschnell und messerscharf: "Mensch Maier, du glaubst wohl auch die Lehrer hätten sonst keine Hobbies!" Genau, dachte ich bei mir und freute mich, dass Daniel den Maier mal so richtig abgebügelt hatte.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Sündenrechner

Manche mögen sich vielleicht fragen, was man als Lehrer mit so derart unfassbar viel Urlaub anfangen soll. Das kann ich an dieser Stelle ja mal ganz genau erklären. Es sieht nämlich exakt genau so aus, wie sich die meisten das vermutlich vorstellen. Tatsächlich können wir Lehrer ohne unsere Schüler, die Schule und unsere Arbeit nur ganz schwer leben, somit sind wir nun dazu verdammt den ganzen Tag  Unterrichtsvorbereitungen des vergangenen Schuljahrs zu sortieren und Unterrichtsvorbereitungen für das nächste Schuljahr sowie die dazugehörigen Kopien zu machen. Sobald das erledigt ist, sichten wir neue Unterrichtsmaterialien und erproben neue Methoden. Schließlich plagt uns grundsätzlich permanent das schlechte Gewissen ob der vielen tausend freien Arbeitsstunden. 

Aus diesem Grund dachte ich, dass es nun angezeigt sei, die begangenen Sünden aufzurechnen. Ich bin dabei allerdings der festen Überzeugung, dass es DIR, ja genau DIR auch gut zu Gesicht stünde, dies auch zu tun und über das Ergebnis nachzudenken!

Zum Rechner: hier entlang...

Meine Sündenquittung lag übrigens bei 403€. Ich schätze mal, dass das recht günstig ist, wenn man sich all die möglichen Sünden, die aufgelistet sind, ansieht. Bei einigen Punkten war mir bis dato gar nicht klar, dass es sich dabei um eine Sünde handelt. Aber sagt man nicht, Unwissenheit schützt vor Strafe? Die Schüler versuchen das zumindest permanent und manchmal funktioniert es sogar...

Mittwoch, 29. Juni 2011

Ferien



Dieses Lied wurde alljährlich am Ende des Fahnenappells am letzten Schultag gespielt, nachdem der kleinste Schüler der ersten Klasse mit einer Glocke im Inneren des Appells den Kreis ablaufen musste, um damit das Schuljahr auszuläuten. Das war allerdings kein müdes Abschreiten, sondern ein motiviertes und aufgeregtes Rennen. Ich kann mich deshalb so gut daran erinnern, weil ich das, so glaube ich, sogar in der zweiten Klasse nochmal machen musste, weil ich immer noch die Kleinste war. Vor uns lagen 8 Wochen Ferien, wir waren glücklich ohne Dominikanischer Republik, Gran Canaria, 100 Fernsehprogramme und X-Box oder Wii. Wir wussten uns "damals" noch zu beschäftigen...