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Sonntag, 29. September 2013

Dit is 'n Burger

Die Faszination und die Anziehungskraft des größten deutschen Fast-Food Anbieters, liebevoll von meinen Schülerleinchen Mäc'n genannt, entzieht sich mir gänzlich. Mittlerweile wird mir beim Gedanken an diesen Laden nicht nur schlecht (also Würgereflex), sondern auch blanke Wut kommt in mir auf. Energisch versuche ich hin und wieder meine Schüler zu agitieren, z. B. damit. Das gelingt mir allerdings nur mittelmäßig, schlecht... gar nicht.
Schon in einem früheren Post hab ich davon berichtet, wie geradezu überlebensnotwendig ein Besuch in solch einer Filiale sein kann. Jeder angekündigte Ausflug wird zunächst hinsichtlich eines möglichen Mäc'n-Besuches gecheckt. Sollte dieser negativ ausfallen, ist der ganze Ausflug schon fast hinfällig, naja wohl eher schon fast im A...
Ich habe nichts gegen Fast Food und ich hab auch nichts gegen Burger. Es muss nur gut gemacht sein, wie zum Beispiel ein echter Burger, aus echtem Fleisch, das auch noch richtig gute Qualität hat. Für so ein Teil geb ich gern 5 € aus. Und in so einem Laden bekomm ich außerdem auch noch Service, Freundlichkeit, gute Atmo und ein gutes, kaltes Pils aus der Region und nicht von einer diesen monopolistischen Ketten!

Chilli-Cheese mit Fritten im MarienBurger in der Marienburger

Montag, 22. April 2013

Blut, Tränen und Mc'n

Heute war ich mit Schülern unterwegs. Anstrengung, Stress und Stimmung kann dabei je nach Klasse, Fahrtziel und Wetter variieren. Die Kombination heute versprach einen ruhigen Tag, denn es war meine Klasse, es ging nach Berlin und das Wetter war sonnig, aber nicht zu heiß. Das Programm war eng gefasst, relativ übersichtlich und die Bahnverbindung war so gewählt, dass wir zügig und ohne größere Mätzchen von A nach B kommen.
"Ja, aber wir haben doch noch Zeit?" Ich schaute André fragend an, schüttelte den Kopf und sagte nur knapp: "Nein!" André verdrehte die Augen. "Aber... aber... Ich möcht doch noch zu Mc'n" Aus seinen braunen Kulleraugen blickte mir die tiefe Enttäuschung eines kleinen Jungen entgegen, der soeben verstand, dass es doch nicht der  Weihnachtsmann ist, der am Heiligen Abend die Geschenke bringt.
Da gesellte sich Flo in seiner coolen, entspannten Checkerpose zu uns, rempelte mir so kumpelhaft in die Seite: "Ach, Frau Dingens, ham'se sich doch mal nicht so. Wir haben doch noch genug Zeit. Und Mc'n geht doch auch ganz schnell. Heeßt ja wohl ooch Fast Food" Nein, wir hatten die Zeit nicht und ich erklärte mit pädagogischer Sanftmut, dass wir nur wenige Minuten Zeit zum Umsteigen haben. Andrés Verzweiflung wuchs zusehends und fast hatte ich den Eindruck, dass der Junge gleich anfängt zu weinen. Ich legte ihm die Hand um die Schultern. "Mäuschen, du bist heut ganz schön traurig und enttäuscht." Dabei bemühte ich mich eines ernsthaften Tonfalles, denn ich hatte mal irgendwo gehört, dass es wirklich total wichtig ist, dass man seine Schüler ernst nimmt. "Ja!" schniefte André nur. "Aber heute haben wir keine Zeit!" beschwichtigte ich. Er war wohl sicher immer noch traurig, aber er verstand wohl.

Und dann war da noch der kleine blonde und blauäugige Benni, der sich im Eifer des Gefechtes den Ketchup von seinem Bratwurstbrötchen auf die Hose drückte und seiner Mitschülerin mit kessem Grinsen im Gesicht erklärte, dass er Blut auf der Hose hat, weil er ja nun grad seine Tage hätte. Benni bat mich zuerst um ein Taschentuch und dann um einen Tampon. Letzteres natürlich nur zum Scherz und ersteres um das Ketchupblut von seiner Hose zu wischen. Zunächst wollte er wissen, ob denn Ketchup aus den Klamotten wieder rausgeht. Ich nickte. Dann stellte Benni noch fest, dass Frauen ja mal schon allein wegen der Hygieneartikel teuer seien... 

Montag, 11. Oktober 2010

Zweimal Berlin

Mein erstes Ferienwochenende verbrachte ich in Berlin. Zunächst begab ich mich am Samstag auf Touristensafari. Ich wollte all das sehen, was man eben als Tourist so sehen muss. Am Postdamer Bahnhof begann meine Reise. Ich stieg aus dem Tiefbahnhof empor, die Sonne schien mir ins Gesicht und mir stockte der Atem. All die Wolkenkratzer um mich herum waren also die "Neue Mitte" von Berlin. Nach einem kurzen Moment der Schnappatmung machte sich Orientierungslosigkeit bei mir breit. Mein erster Gedanke war: "Ich will sofort wieder nach Hause!" Aber dann lief ich einfach drauf los. So fand ich auch, was ich suchte: Kleine Reste der Berliner Mauer. Mein Weg führte mich weiter über die Friedrichstraße zur Galarie Lafayette, wo ich einen Augenblick vermutlich ganz besondere Menschen bei Austern und Champagner beobachtete. 

Nach den Impressionen des puren Luxus ging ich weiter und landete "Unter den Linden" am Brandenburger Tor. So begab ich mich dann zum Denkmal der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus und ich fragte mich die ganze Zeit, welchen Eindruck nun dieses Denkmal auf mich machen sollte. Eine Mutter hinter mir maßregelte ihr Kind: "Das ist ein Denkmal! Es dient der Erinnerung und Besinnung!" Eine Diskussion mehrerer Frauen wurde laut. Sie waren sich auch nicht über die Wirkung des Denkmals einig, ob es nun gelungen sei oder nicht. Auf jeden Fall passe es nicht in die Umgebung, darin waren sie sich einig. Ich begab mich nun auf den Weg zwischen den Stelen hindurch und ich konnte immer noch nicht so recht sagen, welchen Eindruck ich nun habe.

Berlin, Denkmal der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus

Am Sonntag fuhr ich wieder nach Berlin und ich freute mich diesmal ganz besonders. Zum einen traf ich einen lieben Freund wieder und zum anderen wusste ich, dass mir dieser Insider das "wahre" Berlin zeigen konnte. Er zeigte mir faszinierende Ecken - vorbei an der Eastside Galerie, den neuen "In" Stadtteil Friedrichshain mit den überhaupt angesagtesten Bürokomplexen der Stadt und den dreckigen Bahnhof Ostkreuz. Zunächst nahmen wir ein kleines Getränk in einer wirklich zauberhaften -ja - Location: einer Turnhalle, also einer ehemaligen Turnhalle. Dann kam das kleine Hüngerchen und mein lieber Freund überlegte, was wir nun essen könnten und welche kulinarische Köstlichkeit er mir denn anbieten könnte. Sushi? Falafel? Döner? Currywurst?
Am Ende des Abends gab es dann den besten Burger, den ich jemals gegessen habe und ich habe schon wirklich viele Burger gegessen. Allerdings Fast Food war das nicht, weil der Laden wirklich sehr beliebt ist, aber das Warten hat sich absolut gelohnt. Achja, das war der MarienBurger in der Marienburger.
MarienBurger in Berlin