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Freitag, 18. Januar 2013

Arsch und Titten

Das man als Lehrkraft den lieben Kleinen hin und wieder mal ein Zettelchen abnimmt, das überrascht nicht. Schließlich war das ja auch schon früher so und wenn wir alle mal ganz ehrlich sind, haben wir doch alle als Schüler Zettelchen geschrieben. Also ich schon! Glücklicherweise erschien ich als junges Mädchen immer derart harmlos, dass mir die Lehrer weder Zettelchen schreiben noch Spicken zugetraut haben. Die Frau Dingens war nämlich früher schon immer ein ganz, ganz Liebe...
Aber zurück zum Zettelchen schreiben. Gestern nahm ich zwei Siebtklässlern einen Zettel ab, der im Kollegium durchaus für herzhaftes Gelächter gesorgt hat. Beeindruckend, wie man sich doch als Schüler die Zeit im Unterricht vertreiben kann ohne auch nur eine Minute an langweilige und dazu noch völlig überflüssige Unterrichtsinhalte zu verschwenden. Schließlich gibt es doch nun mal wirklich wichtigere Dinge im Leben, eben beispielsweise Arsch und Titten.

Freitag, 23. November 2012

Dings und Bums

Heut morgen ging es bei uns ein wenig chaotisch zu. Das ist nun aber an sich nichts Besonderes, denn im Grunde ist das bei uns immer so. Nur gerade bei Projektwochen kommt diese Eigenschaft immer besonders farbenfroh und annähernd in epischer Breite zum Tragen. Glücklicherweise fand die erste Projektwoche des aktuellen Schuljahres heut in Form von verschiedenen Präsentationen ihren fabulösen Abschluss. Aber darüber möchte ich mich gar nicht auslassen, denn verschiedene Details zum Thema "Projektwochen" finden sich schon an anderer Stelle dieses Blogs, nämlich hier
Also wie gesagt, heut morgen musste noch so Einiges für die Präsentationen organisiert werden. So wollte Herr Krawatnik wohl ins Kino, also in den Raum, in dem bei uns DVD-Player, Videorecorder und ein Fernseher zu finden sind. Herr Schiller erklärte ihm so im Vorbeigehen, dass er dann heute in den "Dingsraum" gehen könne. Ich war grad auf dem Weg in die Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen als dieser allerdings nun nicht für mich gedachte Hinweis in mein Ohr und dann weiter in meine Gehirnwindungen drang. So ahnte ich an dieser Stelle noch nicht, wo meine unverfängliche Frage "Was? Wir haben einen Dingsraum." enden würde, denn Herr Schiller war vermutlich ob der Tatsache, dass nicht nur Freitag ist, sondern eben auch das Ende der Projektwoche derart gut gelaunt, dass er im Überschwang mit einem verschmitztem Grinsen und noch dazu einem kecken Augenzwinkern antwortete: "Ja! Und wir haben auch einen Bumsraum, aber den zeig ich dir nicht." Ich dachte noch so bei mir: "Och wie schade...", antwortete dann aber mit erstauntem Blick: "Schau mal auf die Uhr! Es ist grad erst kurz vor acht und wir befinden uns schon auf diesem Niveau." Und ich meinte damit dieses spezielle Niveau, so direkt knapp unter der Gürtellinie. "Ach, komm", entgegnete Herr Schiller "zehn Minuten reichen doch, oder!" Lachend drehte er sich um und verschwand im Lehrerzimmer. Ich murmelte nur noch leis vor mich hin: "Natürlich! Zehn Minuten reichen für einen kurzen Dings im Bumsraum."

Und dann brachte uns Frau Neumann noch die vier Lieblingskörperteile von Lars mit:
Hals
Maul
Arsch
Gesicht

Man lernt also immer dazu und da soll nochmal einer behaupten, er würde schon alles wissen!

Freitag, 9. März 2012

The Show goes on

Nachdem gestern neben Schweiß auch jede Menge Tränen flossen, sollte der Abschluss der Projektwoche mit einem Auftritt vor der ganzen Schule gekrönt werden. Adam, unser Choreograph, kam natürlich wieder eine halbe Stunde zu spät. Das machte uns heut aber gar nichts, denn der Rest meiner Tänzer war nicht nur unglaublich entspannt, sondern tatsächlich auch motiviert bis in die Haarspitzen. 

"Können wir endlich in die Aula zum Proben?"
"Kann ich das so tragen?"
"Frau Dingens, kann ich meine Haare eigentlich auch zu einem Zopf binden?"
"Ist das kurze Top nicht vielleicht doch etwas zu nuttig?"
"Kann ich schnell nochmal aufs Clo? Ich bin so aufgeregt."
"Sieht man eigentlich die Flecken, die ich hier an Arm habe? Die krieg ich immer, wenn ich nervös bin."

Ich winkte ab. Später! Später! Wir sollten noch ein paar Runden üben. Außerdem hatte ich doch gestern noch die Musik geschnitten. Ich behauptete, dass ich wissen wollte, ob sie so auch zur Choreo passt, dabei wollte ich aber in Wirklichkeit bei der Jugend von heute angeben, dass ich so was auch kann. Plötzlich wirbelte auch noch Karlchen herein und wollte unbedingt ein neues Foto von der Tanzgruppe machen, weil er doch einen hauseigenen Bericht über ein Projekt schreiben sollte. "Könnten Sie sich mal mit Ihrer Gruppe hinstellen?" - "Natürlich, Karlchen, wie hättest du es denn gern?" flötete ich. "Französisch!" lautete die knappe Antwort des Siebtklässlers und Karlchen verzog dabei keine Miene. Nachdem ich meinen Lachanfall wieder unter Kontrolle hatte, war das Foto auch ganz schnell im Kasten und wir konnten weiter proben.
Zwischendurch hatten die Mädels und Jungs viel Spaß dabei sich gegenseitig anzufassen, zu knuddeln, zu knutschen und sich auch mal aufeinander zu legen. Lieschen kicherte schon "Frau Dingens, hihi, ich werd sexuell belästigt... kicher." Bei Thomas sah das dann so aus. Die Mädels hatten Spaß und waren bei solch knackigen Aussichten natürlich begeistert.

Knackpo!
 
Die Zeiger der Uhr rasten. Der Auftritt stand kurz bevor. Nach der langen Mittagspause sollte es losgehen. Ich gönnte mir auch meine wohlverdiente Pause bis plötzlich ein verschwitzter Thomas vorm Lehrerzimmer stand und schnaufte "Ich brauch unbedingt Frau Dingens. Ist die hier?" Das musste wirklich was ganz wichtiges sein. So stand ich auf und fragte, was denn los sei. "Ja, wir haben gerade - schnauf, lufthol - die Generalprobe gemacht." Da dachte ich noch so bei mir, ob ich denn keine Generalprobe bräuchte, schließlich soll ich doch auch mittanzen. Auf dem Weg in die Aula erklärte mir Thomas, dass Adam noch ein paar Details an der Choreo geändert hätte. Ich war so was von endlos begeistert. Keine Generalprobe und zu allem Überfluss auch noch Änderungen! Ich würde mich schön zum Deppen machen, wenn ich die falschen Schritte tanze. An der Aula angekommen, drängten sich schon die Schüler vor der Tür. An eine zweite Generalprobe war nicht zu denken.

Doch entgegen meiner Befürchtungen lief alles glatt und zwar ohne Hals- und Beinbruch. Und das obwohl einige halsbrecherische Manöver in der Choreographie eingebaut waren. In dieser Projektwoche hab ich wieder viel gelernt und nicht nur Hip Hop tanzen.

Mittwoch, 7. März 2012

Projekt "Tanzen" oder die Gruppentherapie

Es ist anstrengend. Ich habe Muskelkater an Stellen, wo ich gar nicht wusste, dass man da Muskeln hat. Es ist mir immer noch schleierhaft, was mich dazu bewogen hat zur  Projektwoche ein Tanzen anzubieten. Gut, ich tanze gern. Aber das allein ist doch nun wirklich kein ausreichend guter Grund. 
Gestern war ich noch voll des Lobes und voller Begeisterung, weil meine sonst so unmotivierten und häufig äußerst lustlosen Mädels und Jungs mit einem strahlendem Lächeln und mit Worten auf den Lippen, die Schule verließen, die ich vorher noch nie zu hören bekam. Ich freu mich auf morgen! Mal ganz ehrlich, ich stutzte, denn ich traute meinen Ohren kaum. Hatten die Mädels wirklich verkündet, dass sie sich darauf freuen, dass sie wieder in die Schule kommen. Voll krass! Ich glaub, ich hab da vermutlich irgendwie was richtig gemacht, denn meine vergangenen Projektwochen waren einzige Katastrophen.
Was gestern so hoffnungsvoll begann und sich heut morgen noch in engagierter Arbeit niederschlug, wandelte sich gegen Mittag sich in eine Gruppengesprächstherapie mit Tränen, Anschreien und endete dann in einem Totalausraster meines Lieschens. Sie fand es nämlich total kacke, dass sich Adam hier den Arsch für uns aufreißt und statt Dankbarkeit für seine Mühe zu bekommen, letztendlich nur gedisst wird. Sonja stieg auf die Diskussion ein und nach Tränen in den Augen und Totalverweigerung aus. Sie stieg aus der Choreographie aus, weil Adam einfach mal ein arroganter Vogel sei, der von Hip Hop mal sowieso keine Ahnung hat.
Nach diesem emotionalen Super-Gau hatte ich meine beste Tänzerin verloren. Ich hoffte, dass sie wiederkommt. Doch auch der langweilige Arbeitsauftrag "Erstelle eine PowerPoint Präsentation" zum Thema Hip Hop brachte mir Sonja nicht zurück. Und Karl schloss sich Sonja an, zuckte die Schultern: "Ick mach auch die Präsentation. Das ist mir hier alles zu affig."
Aber... The show must go on!

Donnerstag, 14. Oktober 2010