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Dienstag, 25. Februar 2020

Widerspenstige Kartoffeln

Einkaufen gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, vor allem bin ich beim allwöchentliche Wochenendeinkauf besonders froh, wenn ich ihn hinter mich gebracht habe. Mein Einkaufszettel ist abgearbeitet, der Einkaufswagen ist voll und nun staple ich meine Waren aufs Band, darunter auch ein Säckchen Kartoffeln, das gleich die Hauptrolle in der folgenden Anekdote spielen wird.
Zügig zieht die Kassiererin alle Waren über den Scanner. -piep - piep - piep-

Montag, 19. Januar 2015

(K)eine peinliche Frage: Frauen und der BH

Ich bin noch gar nicht richtig in meinem Klassenzimmer, da bestürmen mich die lieben Kleinen aus der Siebten. Das ist nicht neu, denn das ist nicht irgendeine Siebte, sondern meine Neue. Nun so ganz neu sind sie nach einem halben Schuljahr nun auch nicht mehr.
Als Klassenlehrerin muss ich ständig Fragen beantworten. Meine Schülerleinchen erwarten von mir, dass ich mich um alles kümmere, am besten ihren Stundenplan, samt Vertretungsstunden und Hausaufgaben auswendig kann und vor allem auch Streitigkeiten schlichte. So startet mein Unterricht nie mit Inhalten, sondern mit einem wuseligen Haufen, der mich mit Fragen bestürmt und Anekdoten von all den putzigen Nettigkeiten, die Schüler so im Schulalltag austauschen. Etwa in der Art: Jan hat mir nach dem Sportunterricht seine stinkigen Schuhe ins Gesicht gedrückt, mindestens 5 Minuten und Marco kann es bezeugen.

So muss ich mir immer erst einmal Raum verschaffen und die Kleinen an ihre Plätze verweisen. Ich erkläre ihnen zu jeder Stunde von Neuem, dass ich zunächst eine ordentliche Begrüßung machen möchte und dann gern für wichtige Fragen zur Verfügung stehe. Das dauert ein Weilchen, aber mit ein wenig Ruhe und dem Geschick eines Zirkusdompteurs klappt das relativ zügig. Nun hätte ich die Bande auch an ihren Plätzen. Sie halten den Mund. Wir begrüßen uns. 
Die ersten Fragen hat Nils. Nils hat immer gleich mehrere Fragen und ich hab auch immer ein bisschen Angst davor, weil ich nie weiß, was kommt und vor allem, ob es etwas Ernsthaftes ist. Heute hatte er schon so ein schelmisches Grinsen im Gesicht, das mich im Grunde schon hätte stutzig machen müssen. Ich schau ihn an und nehme ihn dran.
Er hebt die Stimme und seine braunen Augen funkeln. "Also, Frau Dingens, was ich mich schon mein ganzes Leben frage. Also mindestens seit ich zwei Jahre alt bin. Warum tragen Frauen einen BH? Ich habe schon Anja gefragt, aber die wollte es mir nicht sagen." Anja ist die Schülerin, die neben ihm sitzt. Leicht verdutzt entgegnete ich ihm, dass er doch in diesem Falle doch mal seine Mutter zu Rate ziehen könne. Er schüttelt heftig den Kopf. "Also, ne, Frau Dingens. Das ist doch peinlich!"

Freitag, 26. April 2013

Ist das Ihr Freund?

Das Interesse an meinem Privatleben seitens der Schüler ist immens. Manche meiner lieben Kleinen wollen alles wissen und haben auch echt keine Hemmungen auch die privatesten Fragen zu stellen, ganz so als wären wir schon die besten Kumpels.

Allerdings war ich echt froh, dass ich all die Fragen hinter mir hatte, die in etwa folgendermaßen lauteten.
  • Welche Musik hören Sie?
  • Haben Sie Geschwister?
  • Wo wohnen Sie?
  • Wohnen Sie in dieser oder jenen Straße?
  • Wohnt Ihre Mutter in dieser oder jenen Straße?
  • Haben Sie einen Freund, wie heißt der und wo wohnt der?
  • Haben Sie schon mal gekifft?
Die Antworten lauten: am liebsten deutschen Rock, Pop, Punk und teilweise auch Rap; ja; in einer Wohnung; nein; nein; nein; ??? ... und zwar genau in dieser Reihenfolge!

Montag, 22. April 2013

Blut, Tränen und Mc'n

Heute war ich mit Schülern unterwegs. Anstrengung, Stress und Stimmung kann dabei je nach Klasse, Fahrtziel und Wetter variieren. Die Kombination heute versprach einen ruhigen Tag, denn es war meine Klasse, es ging nach Berlin und das Wetter war sonnig, aber nicht zu heiß. Das Programm war eng gefasst, relativ übersichtlich und die Bahnverbindung war so gewählt, dass wir zügig und ohne größere Mätzchen von A nach B kommen.
"Ja, aber wir haben doch noch Zeit?" Ich schaute André fragend an, schüttelte den Kopf und sagte nur knapp: "Nein!" André verdrehte die Augen. "Aber... aber... Ich möcht doch noch zu Mc'n" Aus seinen braunen Kulleraugen blickte mir die tiefe Enttäuschung eines kleinen Jungen entgegen, der soeben verstand, dass es doch nicht der  Weihnachtsmann ist, der am Heiligen Abend die Geschenke bringt.
Da gesellte sich Flo in seiner coolen, entspannten Checkerpose zu uns, rempelte mir so kumpelhaft in die Seite: "Ach, Frau Dingens, ham'se sich doch mal nicht so. Wir haben doch noch genug Zeit. Und Mc'n geht doch auch ganz schnell. Heeßt ja wohl ooch Fast Food" Nein, wir hatten die Zeit nicht und ich erklärte mit pädagogischer Sanftmut, dass wir nur wenige Minuten Zeit zum Umsteigen haben. Andrés Verzweiflung wuchs zusehends und fast hatte ich den Eindruck, dass der Junge gleich anfängt zu weinen. Ich legte ihm die Hand um die Schultern. "Mäuschen, du bist heut ganz schön traurig und enttäuscht." Dabei bemühte ich mich eines ernsthaften Tonfalles, denn ich hatte mal irgendwo gehört, dass es wirklich total wichtig ist, dass man seine Schüler ernst nimmt. "Ja!" schniefte André nur. "Aber heute haben wir keine Zeit!" beschwichtigte ich. Er war wohl sicher immer noch traurig, aber er verstand wohl.

Und dann war da noch der kleine blonde und blauäugige Benni, der sich im Eifer des Gefechtes den Ketchup von seinem Bratwurstbrötchen auf die Hose drückte und seiner Mitschülerin mit kessem Grinsen im Gesicht erklärte, dass er Blut auf der Hose hat, weil er ja nun grad seine Tage hätte. Benni bat mich zuerst um ein Taschentuch und dann um einen Tampon. Letzteres natürlich nur zum Scherz und ersteres um das Ketchupblut von seiner Hose zu wischen. Zunächst wollte er wissen, ob denn Ketchup aus den Klamotten wieder rausgeht. Ich nickte. Dann stellte Benni noch fest, dass Frauen ja mal schon allein wegen der Hygieneartikel teuer seien... 

Sonntag, 15. Januar 2012

Unberechenbarkeit


Die Frauen
sind so unberechenbar,
dass man sich nicht einmal
auf das Gegenteil dessen verlassen kann,
was sie sagen.



Sir Peter Alexander Baron von Ustinov
(1921 - 2004)

Dienstag, 11. Januar 2011

Gefangen nehmen lassen

Eine Frau wird sich lieber vom Geist eines Mannes gefangen nehmen lassen als von seinem Körper. 
Schön ist sie selber.


A woman would take captive rather by the spirit of 
a man than by his body.
Beautiful she is herself.

Curt Goetz

Donnerstag, 14. Oktober 2010