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Samstag, 14. Juli 2012

Nüchtern betrachtet...

In einem schnuckeligen Landgasthof im wunderschönen Erzgebirge

Ich weiß, der Spruch mag schon ein wenig flach sein. Manche würden vermutlich sogar behaupten er sei unterirdisch. Aber nüchtern betrachtet, muss man schon hin und wieder zugeben, dass es besoffen besser war. Außerdem hab ich Ferien und dann darf ich das. Oder!?

Mittwoch, 9. November 2011

Tilly und früher war alles besser

Heut war mal wieder Busfahrtag. Freudestrahlend begrüßte mich Tilly schon von weitem, denn er hat immer etwas ganz Wichtiges mitzuteilen, auch wenn es keiner wissen will. Wir nennen ihn im Kollegium auch schon gerne mal Professor Doktor, aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Heut bat er mich darum, dass er seine Pause eher beenden dürfe, um ins Schulgebäude zu kommen. (Die Schüler müssen bei uns vorm Unterricht noch auf dem Schulhof warten und dürfen erst zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn ins Schulgebäude.) Schließlich hängen doch heute die Listen für die Projektwoche aus und er müsse sich ganz dringend unbedingt als Erster eintragen, weil doch sonst seine Wunschgruppe schon voll sei. Ich lächelte höflich und sagte, dass ich für ihn keine Ausnahme machen könne und dachte still weiter, dass er sich gefälligst wie alle anderen um die guten Plätze prügeln müsse. Schade, antwortete Tilly und ich glaube, er war auch ein wenig beleidigt.

Dann lernte auch ich am frühen Morgen auch noch etwas Neues. Früher war alles besser! Es fahren immer ein paar Grundschüler mit. Als diese wieder ausgestiegen waren, erklärte Max, neunte Klasse und ein besonders sensibles Gemüt, dass sich diese Kinder von heute nicht mehr zu benehmen wüssten. Diese Bälger seien wirklich unmöglich. Als er noch ein kleines Kind gewesen war, hätte er noch gewusst, wie man sich zu benehmen hat, aber diese Rotzgören von heute. Einfach nur schrecklich, mal ehrlich! Erstaunlich, erstaunlich, was Max, der mir im vergangenen Schuljahr noch fast jeden Unterricht gesprengt hat, so plötzlich von sich gibt.

Aber manchmal wird im Bus auch gekuschelt. So steht die kluge Ina aus der achten Klasse offensichtlich auf die jüngeren Männer aus der siebten... (tschuldigung, das Bild ist etwas verwackelt. Da ist der Bus wohl grad durch ein Schlagloch gefahren.)


Und zum Schluss noch der Kalauer des Tages:
Mach dich doch endlich mal aus dem Staubitz...

Dienstag, 6. September 2011

Hinter den Kulissen

Bei uns herrscht, wie in jedem anständigen Lehrerzimmer immer geschäftiges Treiben. Jeder Kollege ist stets um qualitativ hochwertige Arbeit bemüht. Die Vorbereitungen, die selbstverständlich bereits in häuslicher Vorarbeit geleistet wurden, werden nochmals geprüft und die erforderlichen Kopien sind freilich auch schon vor dem Unterricht gemacht worden, nein, ich meine natürlich bereits am Vortag. Dennoch wird jede einzelne Kopie nochmals nachgezählt und kontrolliert. Mit größter Sorgfalt werden Test und Arbeiten korrigiert. Zweifelsfälle werden immer im Kollegium ausschließlich unter pädagogischen Gesichtspunkten diskutiert. Im Lehrerzimmer herrscht immer angemessenes Schweigen und distanzierte Zurückhaltung. So oder so ähnlich stellt man sich vielleicht die Pausen im Lehrerzimmer vor.

Das entspricht in unserem Kollegium auch den tatsächlichen Tatsachen. Immer, fast immer. Nur ganz selten schreckt der eine oder andere Kollege nach Ansprache (meistens will die Sekretärin irgendwas) aus seinem feierlichen Schweigen hoch, reißt die Augen auf und wehrt fast schon schülergleich ab: "Ich war es nicht! Ich hab nix angefasst!" Und schon erklärt uns unser Lieblingsgrieche, dass dies aber im Grunde doch sein normaler Arbeitstag sei, ja geradezu bulemisch würde er sich hier bewegen. Dann zelebriert er noch einen seiner mehr als beliebten Kalauer, in deren Genuss wir leider viel zu selten kommen. Beispielsweise begrüßte er die neue Kollegin Neumann mit den Worten "die ist aber neu, mann!" Worauf Herr Schiller mit dem geschickten Konter des Deutschlehrers antwortete: "Hör bloß auf du, ich weiß, wo dein Haus wohnt!" Die neue Frau schlug nur  die Hände über dem Kopf zusammen. Offensichtlich fragte sie sich gerade, wo sie denn hier gelandet sei. Sie schüttelte den Kopf mit den Worten: "Auweia, auweia, ich krieg ganz böse Ohrenkrebs!" Mit einem milden Lächeln beschwichtigte sie Herr Schiller: "Da gewöhnst du dich schon dran..."

Es gibt aber auch Tage, da sieht es in unserem Lehrerzimmer ganz anders aus. Aber leider viel zu selten... Vor allem wird da auch mal gelacht, denn das passiert in unserem Lehrerzimmer nur ganz, ganz, ganz selten!

Spaß im Lehrerzimmer: Vor, während und nach der Arbeit