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Montag, 23. März 2015

Montagig - Ein neues Wort

Am Ende des montäglichen Schultages, also von 14 bis 15 Uhr bin ich noch für eine handvoll Schüler verantwortlich, um ihren Deutschkenntnissen auf die Sprünge zu helfen. Mit drei sehr unterschiedlichen und sehr lustigen Jungs sitze ich dann am Tisch und pauke Rechtschreibung.

Ich frage Max, einen sehr stillen Junge, wie es ihm geht. Manche würden behaupten, er würde den Anderen nur die Luft weg atmen. Ich seh das nicht so, aber das ist eben auch mal wieder nur eine Frage der Perspektive. Er rollt mit den Augen, zuckt die Schultern und sagt dann leise mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht nur "Irgendwie montagig." Im Grunde hatte ich noch so gar kein genaues Bild von dem, was der Junge mit seiner kreativen Wortneuschöpfung ausdrücken will, aber ich sagte aus tiefstem Herzen einfach nur "Ja." Wir lachten beide.

Dann schauten die beiden anderen Jungs neugierig, denn sie hatten gar nicht mitbekommen, worüber wir uns unterhielten. Ich wiederholte, dass Max meinte, er fühle sich montagig. Es bedurfte keiner Erklärung. Die beiden anderen Jungs wussten gleich, was Max meinte. So bat ich um Synonyme für diese schicke Wortschöpfung und folgendes boten sie mir an: schlecht, müde, genervt, frustriert, depressiv, schlecht gelaunt.

Na das passt doch perfekt!

Dienstag, 7. Februar 2012

Synonym und Antonym

Immer wieder werde ich von Schülern gefragt, ob ich denn beim Friseur gewesen sei. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht haben die Schüler irgendeine merkwürdige Wette laufen oder es handelt sich dabei um eine Art Lehrerbingo.

Mitten im Unterricht und völlig ohne Zusammenhang (aber im Grunde ist das wiederum keine Überraschung, denn Schüler machen das ständig) fragte Robert mit seinem süßesten Lächeln als sei er die Unschuld vom Lande: "Frau Dinges, waren Sie beim Friseur?" Ich packte mir ebenfalls mein süßestes Lächeln ins Gesicht (nur das man mir die Unschuld vom Lande nun leider nicht mehr so abkauft) und antwortete leise aber scharf: "Das ist ja schon der Running-Gag. Ständig werde ich das gefragt. Langsam wirds nervig." Ich strahlte siegessicher, denn ich glaubte routiniert zu kontern, indem ich vermutlich etwas übertrieben freundlich hinzufügte, wobei mein Lächeln sogar noch etwas breiter wurde: "Aber wenn das ein Synonym dafür sein soll, dass ich gut aussehe, dann ist das schon so in Ordnung." In diesem Moment bin ich davon ausgegangen, dass ich den Schlagabtausch gewonnen hatte. Schließlich wartete ich darauf, dass sich Robert blamiert und fragen würde, was denn überhaupt so ein Synonym sein soll. Doch ich hatte mich böse geirrt. Robert konterte eiskalt. "Nein, das soll ein Antonym sein." - "Boah", platzte es aus mir heraus, "du bist so fies!" Ich musste lachen. Zuerst natürlich über mich, weil ich den Jungen in diesem Moment total unterschätzt hatte. Und so hab ich leider nicht verstanden, was Robert antwortete. Nun im stillen Kämmerlein hoffe ich, dass er etwas mit "Scherz" gemurmelt haben könnte. Komisch war an dieser Stelle nur, dass die ganze Klasse nicht gemerkt hat, wie mich Robert eiskalt abserviert und gedisst hat und das nur weil ich dachte, dass der Junge keine Fremdwörter kennt. 

Was lehrt mich die Geschichte? Man soll seine Feinde nie unterschätzen? Aber mal ganz ehrlich, die meisten Schüler kennen tatsächlich keine Fremdwörter und sollten sie tatsächlich mal welche kennen, dann wissen sie nicht, was sie bedeuten...