Heut stach mir das T - Shirt eines Achtklässlers in die Augen und das nicht nur weil es im schönsten Sommergrün leuchtete. Es waren die EmTiVi - Idioten der Neunziger darauf abgebildet: Beavis und Butthead. Ich sprach den Jungen an und sagte ihm, dass ich noch die Zeiten kenne, in denen die, die da auf seinem Shirt zu sehen sind, im Fernsehen liefen. Nun wollte ich nur noch eins wissen: "Bin ich jetzt alt oder retro?!" Ich war froh, dass André total entspannt war und einfach nur mit den Schultern zuckte und sich dann letztendlich auch völlig unaufgeregt von mir fotografieren lies. Wahrscheinlich dachte er nur bei sich, dass die Frau Dingens vielleicht grad ein bisschen zu lange in der Sonne gelegen hat. Oder eben auch einfach nur Ferien braucht...
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Freitag, 7. Juni 2013
Samstag, 18. Februar 2012
Sperenberg oder Du kommst da net rein
Die unendlichen Weiten der brandenburgischen Heidelandschaft, die typischen Kiefernwälder, die auf dem typischen glazialen märkischen Sand wuchern, verstecken manchmal Erstaunliches, Beeindruckendes, aber auch Beklemmendes, wie beispielsweise den ehemaligen Truppenstandort der Sowjetischen Armee in Sperenberg. Der Haupteingang dieses noch heute mit Stacheldrahtzaun und dicken Mauern abgesperrten Areals war verriegelt, verrammelt und, wie gesagt, mit Stacheldraht gesichert. Doch nur wenige Meter weiter war der Zaun schon niedergetrampelt und gewährte Einlass in die vergangenen Zeiten sowjetischer Besatzung. Die Kulisse, die aus verfallenen typischen DDR-Platten bestand, war keinesfalls bedrohlich, dennoch für mich bedrückend.
Doch das eigentliche Ziel sollte der ehemalige sowjetische Militärflugplatz sein. Zunächst einmal völlig planlos übers Gelände gestolpert und auch noch mit einem unguten Gefühl eines der alten Wohnhäuser betreten. Schließlich stand da überall "Betreten verboten. Lebensgefahr". Dennoch, immer erst mal rein da. Die Neugier war schließlich größer.
Allerdings meldeten sich dann nach soviel Abenteuer zwei natürliche Bedürfnisse. Oben musste was rein, naja und unten ...
Dank der modernen Technik fand sich schnell eine Lokalität mit guter bürgerlicher Hausmannskost und Toiletten. Auf die Frage, wie man auf den Militärflughafen käme, murrte der Kneiper nur "Da kommt man nicht rein, da ist alles abgesperrt. Außerdem gibt's da einen Wachschutz. Ist ja schließlich betreten verboten." Sollte diese Auskunft schon das Ende des Abenteuers sein? Die Antwort darauf war so knapp wie präzise: Nein!
Der modernen Technik folgend, also einem Smartphone mit GPS und Internetverbindung, fand sich quasi der Hintereingang des Geländes, der auch so völlig unbewacht im Hinterland lag. Quer durch den Wald und durch den gefährlichen märkischen Treibsand lag das Ziel. Keine Sperrscheibe, kein Verbotsschild und kein Stacheldraht versperrte den Weg auf die ehemalige Landebahn des Militärflughafens, der noch vor kurzen zum neuen Berlin-Brandenburger Hauptstadt-Flughafen ausgebaut werden sollte. Es war aufregend, auch wenn nicht viel zu sehen war. Die Tatsache auf historisch bedeutsamen, aber auch durch die Russen mit Kerosin verseuchten Boden zu stehen, glich dem Trip mit einer Zeitmaschine. Doch diese Erfahrungen hat auch schon Dieter Steyer gemacht und hier veröffentlicht.
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| Landebahn, Militärflugplatz Sperenberg |
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| Passagierterminal, Militärflugplatz Sperenberg |
Mittwoch, 9. November 2011
Tilly und früher war alles besser
Heut war mal wieder Busfahrtag. Freudestrahlend begrüßte mich Tilly schon von weitem, denn er hat immer etwas ganz Wichtiges mitzuteilen, auch wenn es keiner wissen will. Wir nennen ihn im Kollegium auch schon gerne mal Professor Doktor, aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Heut bat er mich darum, dass er seine Pause eher beenden dürfe, um ins Schulgebäude zu kommen. (Die Schüler müssen bei uns vorm Unterricht noch auf dem Schulhof warten und dürfen erst zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn ins Schulgebäude.) Schließlich hängen doch heute die Listen für die Projektwoche aus und er müsse sich ganz dringend unbedingt als Erster eintragen, weil doch sonst seine Wunschgruppe schon voll sei. Ich lächelte höflich und sagte, dass ich für ihn keine Ausnahme machen könne und dachte still weiter, dass er sich gefälligst wie alle anderen um die guten Plätze prügeln müsse. Schade, antwortete Tilly und ich glaube, er war auch ein wenig beleidigt.
Dann lernte auch ich am frühen Morgen auch noch etwas Neues. Früher war alles besser! Es fahren immer ein paar Grundschüler mit. Als diese wieder ausgestiegen waren, erklärte Max, neunte Klasse und ein besonders sensibles Gemüt, dass sich diese Kinder von heute nicht mehr zu benehmen wüssten. Diese Bälger seien wirklich unmöglich. Als er noch ein kleines Kind gewesen war, hätte er noch gewusst, wie man sich zu benehmen hat, aber diese Rotzgören von heute. Einfach nur schrecklich, mal ehrlich! Erstaunlich, erstaunlich, was Max, der mir im vergangenen Schuljahr noch fast jeden Unterricht gesprengt hat, so plötzlich von sich gibt.
Aber manchmal wird im Bus auch gekuschelt. So steht die kluge Ina aus der achten Klasse offensichtlich auf die jüngeren Männer aus der siebten... (tschuldigung, das Bild ist etwas verwackelt. Da ist der Bus wohl grad durch ein Schlagloch gefahren.)
Und zum Schluss noch der Kalauer des Tages:
Mach dich doch endlich mal aus dem Staubitz...
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