Posts mit dem Label Missverständnis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Missverständnis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 14. Februar 2014

Plakat

In einer kreativen Gruppenarbeit fragt mich Tilly, ob ich mit der Arbeit zufrieden sei. Genauer gesagt, fragt er mich: "Frau Neumann, äh, tschuldigung, Frau Dingens, geht das so?" Ich liebe diese so präzise ausgefeilte Fragestellung, weil ich dann immer genau weiß, was die Schüler wissen wollen und ich kann daraufhin auch immer so präzise Hinweise geben. Auch wenn ich jetzt schon in Tateinheit mit Frau Neumann als gespaltene Persönlichkeit auftrete, kann ich nicht so recht antworten. Ich lege meine Hand ans Kinn und suche mit geschulten Kennerblick nach den richtigen Worten. Warum lernt man sowas eigentlich nicht schon in der Ausbildung?
Der nun doch schon als junger Mann zu bezeichnende Schüler schaut mich erwartungsvoll an. Ich kenne ihn lang genug um zu wissen, dass er schon mit einem uneingeschränkten Lob rechnet. Vermutlich auch aus diesem Grund muss ich ein bisschen nach Luft ringen. Tilly beginnt zu erklären. Ich entgegne ihm ruhig, dass ich weiß, dass es sich bei seiner Darstellung um eine Karikatur handeln soll. Weiter erkläre ich, dass eine Karikatur nicht funktioniert, wenn sie erst ausführlich erklärt werden muss. Das wisse er natürlich und schüttelt dabei den Kopf. Wahrscheinlich denkt er gerade, dass ich völlig inkompetent sei. Das macht aber nichts, denn da steh ich drüber, weil ich hab meinen Hochschulabschluss schon. Er nicht!
So gehe ich nochmal in mich, lege die Stirn in Falten und schinde Zeit für eine richtig gute pädagogisch wertvolle und diplomatische Antwort. So sage ich: "Ich finde deine Idee wirklich gut. Du bist wirklich kreativ. Aber du musst das plakativer machen!" - "WAS? Ich soll noch ein Plakat machen?!"

Jetzt muss ich dem Jungen noch erklären, was plakativ heißt. Das tue ich auch, aber nicht hier...

Dienstag, 22. Oktober 2013

Vom Sägen - Ein Missverständnis

Neulich berichtete mir meine Chefin eine kleine amüsante Geschichte, die die Schwierigkeiten der Kommunikation auf eine sehr schöne und unspektakuläre Art verdeutlicht. Schließlich ist Kommunikation ja schon per se und grundsätzlich durch Missverständnisse geprägt. Erstaunlicherweise gelingt sie uns dann doch hin und wieder, also mit ganz, ganz viel Glück. Im folgenden Beispiel geht die Kommunikation erst schief, dann wurde es peinlich und führte schlussendlich auch noch zu größerem Gelächter.

Eine Mutter berichtete meiner Chefin von einer anderen Mutter. Um es einfacher zu machen, gebe ich den Damen mal Namen. Also Frau Schaller berichtet, dass Frau Günter sie völlig in Rage, aufgebracht und wütend anrief. Frau Günter war auch zu recht so wütend, schließlich musste ihr Sohn Mario schon wieder unter der böswilligen Schikane von Schallers Sohn leiden und der Brad ist tatsächlich kein unbeschriebenes Blatt und teilt auch gerne immer mal wieder aus. Auf jeden Fall berichtete Frau Günter, dass der Brad dem armen Mario im Technik-Unterricht in die Flasche gepinkelt hätte. Frau Schaller war geschockt und bat Frau Günter mit ihrem Sohn zu sich zu kommen. Die Damen wohnen im selben Ort, sind auch nicht weiter abgelenkt und können sich auch mit viel Hingabe um ihre Söhne kümmern. Damit war ein schneller Besuch auch ohne Probleme zu meistern.