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Donnerstag, 5. Januar 2012

Wulff rockt

Ich möchte hier gar nicht kommentieren, was andere schon zu tausenden, hundertausenden oder gar zu millionen getan haben und das Verhalten (ist das jetzt neutral genug?) von Herrn Wulff bewerten, beurteilen, maßregeln oder sonst irgendwas, wie z. B. hier oder hier. Und im Grunde ist das jetzt auch nicht mein Anliegen.

Aber ich hätte zur Erinnerung noch etwas Lustiges: siehe hier.

Sonntag, 4. Juli 2010

TOLL! Wulff rockt Deutschland

TOLL die Satire von Werner Doyé und Andreas Wiemers bei Frontal 21 im ZDF hat einen - ich will mal sagen - interessanten Blick auf unser neues Staatsoberhaupt.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Was für eine Augenfarbe hat sie eigentlich?



Die tagesaktuelle Karikatur von Klaus Stuttmann findet sich unter: http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur.php. Diesem guten Stück habe ich schon den ganzen Tag entgegen gefiebert und stammt von heute, dem 01.07.2010.

Es lohnt sich hier, bei Stuttmann regelmäßig reinzuschauen.

Der schwarze Peter bei der Linken?

Die gestrige Wahl des Bundespräsidenten endete erwartungsgemäß. Christian Wulff ist nun "Germanys next Staatsoberhaupt". Die große Überraschung war, dass er erst im dritten Wahlgang gewählt wurde und dann sogar mit absoluter Mehrheit, welche an dieser Stelle gar nicht mehr notwendig gewesen war. Was uns die schwarz-gelbe Regierungsmehrheit dem Volk, also uns, nun damit sagen wollte, ist mir nicht ganz klar. Ich tippe darauf, dass die schwarz-gelbe Koalition uns zum einen endlich mal ihre viel beschworene Geschlossenheit demonstrieren wollte, was in letzter Zeit äußerst selten vorkam und zum anderen trieb sie wohl auch die Angst. Die Angst davor, dass die LINKE den Ausschlag geben könnte und zu aller Überraschung dann doch noch geschlossen Gauck wählen könnten. Das wäre ein Desaster für Schwarz-Gelb gewesen. Also hieß es für die schwarz-gelben Wahlfrauen und Wahlmänner: husch, husch ins Körbchen, weil sicher ist sicher.
SPD und Bündnis 90 / Die Grünen sprechen von einer vergebenen, historischen Chance und schimpfen auf die LINKE. Damit hätte die LINKE mal wieder ihre Kompromissunfähigkeit bewiesen, so Oppermann, SPD. Hier hätte die LINKE doch endlich mal ihre Demokratiefähigkeit beweisen können. Ein hitziger Disput zwischen Gregor Gysi, LINKE und Werner Schulz, Bündnis90 / Die Grünen bei der Pressekonferenz der LINKEN (Video Spiegelonline) nach den Gesprächen und vor dem dem dritten Wahlgang zeigt die Konfrontationslinie deutlich.

19.40 Uhr: Schlagabtausch zwischen Gysi und Schulz
Nachtrag: Bei der kurzen Pressekonferenz von Linken-Fraktionschef Gregor Gysi kam es zu einem Schlagabtausch mit dem grünen Politiker Werner Schulz. Vor laufender Kamera kritisierte der DDR-Bürgerrechtler die Entscheidung, Enthaltung zu empfehlen. "Versagen der Linken" ist zu hören und: "Das wäre eure Chance gewesen, über den SED-Schatten zu springen", ruft Schulz in Richtung Gysi. Der schimpft zurück: "Die Unkultur kommt nicht von uns, sondern immer von den anderen. Hätten Sie mal früher angerufen." (Live-Ticker zur Präsidentschaftswahl der taz)


Die Linke sollte im dritten Wahlgang Gauck wählen. Doch sie tut es nicht, wie schon von Anfang an klar formuliert. Man hätte doch vorher schon mit der LINKEN Gespräche führen können;, wenn man gewollt hätte. Es wurde keine Zerreißprobe für die LINKE, denn sie hat bis zum dritten und letzten Wahlgang zu ihrer öffentlich bekannten Aussage gestanden. Wenn ein Gregor Gysi twittert:
Manchmal muss man über seinen Schatten springen, wenn wir mit Gauck Merkel stürzen können, sollten wir das tun.
So wäre es doch für die LINKE keine ernsthafte Alternative gewesen, plötzlich doch Gauck zu wählen. Denn dieser "gregorgysi" ist gar nicht der Echte, so vermeldet zumindest das ZDF (Bilder 17 und 18).

Jetzt steht der Vorwurf im Raum, dass die LINKEN durch ihre Enthaltungen  indirekt Wulff gewählt hätten. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Christian Wulff ist mit absoluter Mehrheit gewählt worden und damit ist es im Grunde egal, was die LINKE an dieser Stelle gemacht hätte. Die Frage ist doch im Grunde eine andere: Warum sollte die LINKE plötzlich einen Kandidaten wählen, den sie ablehnt. Nimmt man die LINKE nun Ernst oder nicht? Wenn SPD und Bündnis90/Die Grünen nicht in der Lage sind, Mehrheiten zu organisieren, so Gesine Lötzsch im Deutschlandfunk, dann sollen sie jetzt nicht lamentieren.
Hätte Gauck Bundespräsident werden können? Nicht mit der Linken, aber mit der FDP und der CDU. Hier komme ich zu dem Schluss, dass der schwarze Peter nicht bei der Linken ist, sondern zu Angela Merkel gehört, denn sie hat eigenmächtig Wulff als Kandidaten durchgedrückt und die Notwendigkeit eines dritten Wahlganges ist die Quittung ihrer eigenen Leute für ihr undemokratisches Vorgehen. Damit ist Merkel Schuld an Wulffs Zittersieg und legt, so DIE ZEIT, die Spannungen innerhalb der schwarz-gelben Koaltion offen.

Nachtrag:  Ein absolut lesenswerter Post zu diesen Gedanken findet sich bei Spiegelfechter: Perspektiven zur Perspektivlosigkeit, denn er zieht konsequent die Schlussfolgerung, die in meiner Reflexion noch fehlen und denkt die Problematik weiter.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Spiegel-Chefredakteure wissen mehr

Wer hätte das gedacht: die Wahl des Bundespräsidenten dauerte dann doch ein klein wenig länger ...


Eilmeldung der FAZ

Folgende Meldung fand ich nur noch als tote Verknüpfung bei google, aber die Frankfurter Allgemeine Zeitung war blitzschnell und nutzte die Informationen für die folgende Eilmeldung. So schnell wie diese Meldung online war, war sie auch wieder verschwunden. Aber es gibt Leute, die waren eben noch schneller, wie beispielsweise das Reizzentrum.


(Quelle des Screenshots: Holger Koepke)

Ich lass das mal einfach so stehen und lasse die Anderen schlaue Kommentare abgeben, ob denn das nun so geht oder nicht: Niggemeier, Markus (netzpolitik.org) oder bei haltungsturnen.

Dienstag, 29. Juni 2010

Lieber Delegierter...

Die tagesaktuelle Karikatur von Klaus Stuttmann findet sich unter: http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur.php. Dieses gute Stück stammt vom 28.06.2010.

Es lohnt sich hier, bei Stuttmann regelmäßig reinzuschauen.

Samstag, 26. Juni 2010

Germanys next Staatsoberhaupt - neue Stimmen

Nach meinen ersten Gedanken zur Wahl des Bundespräsidenten haben sich weitere namhafte Stimmen zu Wort gemeldet. Jetzt habe ich neben Kurt Biedenkopf auch noch den ehemaligen und wie die Welt titelte "ewigen" Bundespräsidenten, Richard von Weiszäcker, auf meiner Seite. Er pflichtete Biedenkopf bei und spricht sich ebenfalls gegen den Koaltionszwang aus. In der Süddeutschen liest sich das dann folgendermaßen:
Die Wahl gelte einem ganz und gar selbständigen Amt, unabhängig von legitimen Zielen von Parteien und Koalitionen.
Und gerade stelle ich fest, dass Erwin Huber eine ähnliche Metapher wie ich in meiner Überschrift verwendet, denn am 18.06. lässt sich in der Süddeutschen lesen, dass die Präsidentschaftswahl kein "Beauty-Contest" sei. Allerdings muss ich mit Nachdruck  darauf hinweisen, dass ich seine Meinung nicht teile. Denn Huber  warnt vor
erheblichen Rückwirkungen auf die schwarz-gelbe Bundesregierung, falls Christian Wulff, der Kandidat von CDU, CSU und FDP, nicht zum Nachfolger von Horst Köhler gewählt würde. (Süddeutsche, 18.06.10)
Das sehe ich nicht. Dennoch passt das Bild, weil es doch nicht um Imagepflege, sondern um Inhalte gehen muss. Und so bin ich der Meinung, dass der Kandidat gewinnen sollte, der dieses Amt der Repräsentation einnehmen sollte, der die Bundesrepublik angemessen im Ausland repräsentieren kann. Damit möchte ich meinen Nachtrag zum Thema schließen. Neugierig und gespannt werde ich diese Diskussion weiter beobachten.

Montag, 21. Juni 2010

Germanys next Staatsoberhaupt: Gauck oder Wulff?

Die Wahl des Bundespräsidenten ist die Wahl, in der der Bundespräsident gewählt wird. Oder habe ich da grundsätzlich etwas missverstanden. Zumindest steht im Grundgesetz, also in unser aller Verfassung, dass "der Bundespräsident [...] von der Bundesversammlung gewählt" wird. (Artikel 54 Absatz 1 GG) 

So weit, so klar. Doch bei der Frage nach Wulff oder Gauck schlagen plötzlich die Wellen höher. Es sei die schwarz-gelbe Regierungskoalition in Gefahr. Frau Merkels Position stünde zur Debatte. Die  Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP, die zur Bundesversammlung gehören, müssten ganz dringend wieder auf Kurs gebracht werden, nachdem unter anderem abtrünnige sächsische Schäflein öffentlich Sympathie zu Gauck bekundeten. Schließlich müsse doch unter allen Umständen auch Christian Wulff als Kandidat der bürgerlichen Koalition auch zum Bundespräsidenten gewählt werden, denn sonst - ja was eigentlich? Der Untergang des Abendlandes? Aber natürlich besteht keine Gefahr, denn 
 „Ich bin sicher, die FDP wird eine einheitliche Linie für Christian Wulff vertreten“, sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner am Sonntag im ZDF. 
Doch jetzt ist es an der Zeit, dass endlich mal einer auf den Tisch haut  und Klartext spricht. Und zwar  einer,  den man durchaus politisches Schwergewicht nennen kann und dem die Politikwelt zuhört. So hat sich Kurt  Biedenkopf geäußert und, so meldet die Süddeutsche, "Biedenkopf liest Merkel die Leviten" (SZ online, 17.06.2010, 10:03) Es wurde auch Zeit, denn ein Blick ins Grundgesetz macht die Regeln klar, denn in Artikel 54 Absatz 1 GG steht nicht nur, wie bereits erwähnt, dass der Bundespräsident von der Bundesversammlung gewählt wird, sondern auch "ohne Aussprache". (Artikel 54 Absatz 1 GG) Nehmen wir noch den Artikel 38 Absatz 1 GG hinzu, der besagt, dass die Abgeordneten "an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen" sind, dann ist doch der Fall klar! Ob Gauck oder Wulff: es geht nicht um eine Show, sondern um das nächste deutsche Staatsoberhaupt und von daher sollten wir es demokratisch nehmen: Möge der Bessere gewinnen.