Donnerstag, 18. September 2014

Ein Rülpser

Herr Schiller unterrichtet Deutsch und es herrscht geschäftige Ruhe. Alle Schüler sind leise und arbeiten konzentriert. Plötzlich zerreißt ein dicker, fetter Rülpser die Stille. Alle schrecken hoch, schauen sich erst mit aufgerissenen Augen um, um zu sehen, wer das war und dann zu Herrn Schiller. Herr Schiller kneift die Augen leicht zusammen. Das macht Herr Schiller sehr selten, denn er ist ein sehr ruhiger und bedachter Kollege. Doch nun schaut er erbost dem Übeltäter ins Gesicht und fragt den jungen Mann, was man denn in solch einer Situation sagt.
Jan, so ein Kleiner, Putziger aus den neuen Siebten, schaut schuldbewusst mit großen Kulleraugen, eben gerade so als wüsste er durchaus, dass sein Verhalten im Unterricht nicht unbedingt den Erwartungen entsprach und antwortet: "Danke!"

Herr Schiller ist perplex, aber nur kurz und keiner hat es gemerkt. Mit freundlichem und vor allem pädagogisch wertvollen Ton erklärt er Jan: "Das heißt "Entschuldigung"."

Na, dann hätten wir das auch geklärt.

Mittwoch, 17. September 2014

Neue Eltern in der Schule

Ich verbrachte den gestrigen Tag in der Schule, so dass sich der heutige Mittwoch schon wie ein Freitag anfühlte. Das verwundert nicht, denn man muss wissen, dass ich das Haus bei Sonnenaufgang verließ und erst weit nach Sonnenuntergang wieder die heimischen vier Wände betreten durfte.

Freitag, 12. September 2014

Freitagsfüller Nr. 26

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  1. Die Eine Flasche mit kühlem Pils steht noch im Kühlschrank.
  2. Meine Schwester hasst Spinnen, aber ich hab kein Problem mit den kleinen Krabbeltierchen.
  3. Ich bezweifle, dass es absolute Perfektion gibt.
  4. Ist eine Enttäuschung vielleicht nicht doch etwas Positives? Und zwar, wenn einem klar wird, dass man sich getäuscht hat und jetzt wieder klar sieht (also ent-täuscht wird).
  5. Wenn es kälter wird, esse ich gerne  Muttis Kartoffelsuppe.
  6. Sex nur ohne Socken. (Zumindest wenn er nicht im Freien stattfindet.)
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf auf Quatschen mit einem lieben Menschen, morgen habe ich einen Ausflug mit einem lieben Menschen geplant und Sonntag möchte ich mal schauen, ob ich es auch mit mir alleine aushalte!

 Freitagsfüller # 285, gefunden bei Barbara

Montag, 1. September 2014

Die Babos - zumindest gefühlt

Vergangenen Freitag verließ ich erst recht spät das Schulgebäude, obwohl ich es gerade Freitag gern besonders eilig hatte. Aber manchmal hat man einfach keine andere Wahl oder der Bus fährt eben einfach nicht früher. Aber ich war ja nicht allein, denn einige Schüler cruisten mit ihren Rädern und drehten vor der Schule ihre Runde. Sie begrüßten mich fröhlich, wollten wissen wie es mir geht und was ich so vorhabe. Wir plauderten. Das hat richtig Spaß gemacht.

Ich sprach mit einen frischgebackenen Neuntklässler: "Krass, Rico, du bist jetzt also schon neunte Klasse." Er nickte wissend, lässig. In seiner Geste schwang die Coolness der Überlegenheit, in dem Wissen, dass er jetzt zu den Großen gehört. Dann fragte ich noch: "Und wie fühlt es sich an?" Rico zuckte mit den Schultern und entgegnete nur knapp: "Och, auch nicht anders." Dann hielt er kurz inne, ein fettes und leicht überhebliches Grinsen machte sich in seinem Gesicht breit. "Doch, schon! Als diese Woche die Zehnten auf Klassenfahrt waren, da hat man sich schon wie die Babos gefühlt."

Sonntag, 24. August 2014

Wenn die Motivation mit dem inneren Schweinehund...

Heut morgen ist meine Motivation einfach liegen geblieben. Eiskalt hat sie mich auflaufen lassen als ich aufgestanden bin. Sie drehte sich um und würdigte mich vorerst keines Blickes mehr. Sie ignorierte mich und das obwohl ich morgen nicht nur in ein neues Schuljahr, sondern auch mit einer neuen Klasse starten muss. Den ganzen Tag suchte ich verzweifelt nach einer Lösung. Einerseits wollte ich mich schon ganz gern einfach wieder zu meiner Motivation ins Bett legen, die mich hin und wieder frech angrinste als wolle sie sagen "Komm Baby! Du willst es doch auch." 

Andererseits trieb mich auch das schlechte Gewissen. Schließlich kann ich doch nicht einfach so völlig plan- und vor allem lustlos vor neue Schüler treten. Mal ehrlich, das haben die Kleinen nun wirklich nicht verdient. Sie werden ab morgen in eine neue Schule gehen und das erzeugt sicher eine Menge Aufregung und Nervosität. Es wäre wirklich sehr, sehr ungerecht, wenn ich sie leiden ließe und das nur, weil meine Motivation mit meinem Schweinehund gemeinsame Sache macht und sich den ganzen Sonntag im Bett vergnügt. Die Vorstellung den ganzen Sonntag genüsslich im Bett zu verbringen, ist wirklich echt verlockend. Aber da muss man auch mal Prioritäten setzen.

Also musste ich mich irgendwie austricksen. Das funktioniert bei mir immer ganz gut mit Musik. Auf der Suche nach Guter-Laune-Musik bin ich auf eine junge Frau gestoßen, die sogar meine Motivation aus dem Bett trieb, um sich zu bewegen. Nur der innere Schweinehund, der lümmelt immer noch irgendwo rum. Ich hab ihn schon eine Weile nicht gesehen. Wahrscheinlich erträgt er die ganze Aktivität hier nicht und hat sich in eine ruhige Ecke verkrümmelt.


Montag, 18. August 2014

Ein Ort für Gedanken

Vor ein paar Wochen stellte ich mir die Frage, warum mir die Geschichten für meinen Blog fehlen. Gibt es etwa keine guten Geschichten mehr? Sehe ich sie nicht mehr? Oder wenn ich sie sehe, vergesse ich sie zu schnell? Vielleicht fehlt mir auch das Fingerspitzengefühl die erlebten Geschichten in Worte zu fassen. Um die Worte, die ja bekanntlich all zu flüchtig sind, weil sie wild in meinem Kopf umher schwirren, festzuhalten, habe ich einen Ort gefunden, in dem nun meine Gedanken wohnen dürfen bis ich entscheide, dass sie in die große weite Welt ausziehen dürfen und sich hier in meinen Blog einnisten dürfen.

Ich möchte Euch gern diesen Ort zeigen. Es ist ein kleiner, grüner und besteht aus einem festen Einband und schönem, griffigen Papier. In den nächsten Tagen werde ich nachschauen und sicher auch einigen dieser Gedanken den Weg in die Freiheit schenken. Seit bitte vorsichtig mit ihnen, denn sie sind für mich etwas ganz besonderes.


Donnerstag, 17. Juli 2014

Rotz, Schnief, Hust

Da freut man sich schon Wochen im Voraus auf die verdienten Ferien und das auch schon allein deswegen weil sich dieses Schuljahr sich in etwa doppelt so lang anfühlte wie die vergangenen. In der Fantasie malte ich mir aus, was sich alles mit dieser wunderbaren Zeit im Sommer anstellen ließe. Nicht nur allein dieses Ausschlafen und sich treiben lassen, ist wunderbar. Ich könnte mir ein bisschen Luxus gönnen, über schicke Boulevards flanieren, elegant gekleidet in einer schicken Bar Cocktails schlürfen oder auch einfach mit Lesen, Musik hören und Latte Macchiato den Tag und den Sonnenschein genießen. Ach welch wunderbare, entspannte Vorstellung.

Doch bekanntermaßen sollte man nicht den Tag schon vor dem Abend loben, denn schon am ersten Ferientag spüre ich das Kratzen im Hals. Das Schlucken fällt schwer. Das ließe sich ja zur Not auch noch ignorieren, wenn nicht am nächsten Tag noch eine verstopfte Nase und leichte Kopfschmerzen hinzu kommen würden. Am dritten Tag ist dann alles zu spät. Nicht nur dass ich vor Schmerzen kaum aus dem Bett komme, ich bekomme auch kaum die verklebten Augen auf und auch kaum noch einen Ton aus dem Hals. Das was ich da zwischen meinen Lippen hervorpresse, ist wohl eher ein Krächzen und hat nun so gar nichts mehr mit meinem zarten Stimmen zu tun, welches normalerweise aus meiner Kehle trällert.

Mittlerweile ist eine Woche vergangen, in denen ich mich vom Bett ins Bad und wieder zurückschleppe. Zwischendurch das durchgeschwitze Shirt wechsle und froh darüber bin, dass ich mein zartes Stimmchen zwischen dem Gekrächze wiedergefunden habe. Und vor allem ist mein Humor wieder zurück, der allerdings noch nicht so recht stabil arbeiten mag, denn wenn allein die Vorstellung möglicherweise auch NUR am Strand zu liegen, noch zu anstrengend erscheint, dann brauch ich wohl noch einige Tage zur Genesung.