Freitag, 20. Februar 2015

Vorurteile und die Glitzerfee in der Werkstatt

Ich kenne ja die meisten meiner Schüler eben nur so als quasi gewöhnliche Schüler. Nun ist natürlich keiner meiner Schüler gewöhnlich, aber sie sitzen nun eben einfach in meinem Unterricht rum und verhalten sich. Sie verhalten sich wie man es eben so von einem Schüler erwartet. 
Meine lieben Leser, ihr wisst schon, was ich meine. So Schüler halt... Es gibt da unterschiedliche Typen von Schülern. Der klassische Streber ist bei uns eher selten zu finden und sollte da doch mal einer dabei sein, dann ist das vermutlich eher ein Versehen und auf kurz oder lang passt er sich auch dem Niveau der anderen Schüler an. Also, der Streber, er sitzt ruhig auf seinem Platz hört zu, meldet sich und hat immer ganz tolle Antworten. Wenn sich einer dieser Strebertypen meldet, muss ich abwägen, ob ich ihn gleich dran nehme oder ihn noch etwas schmoren lasse. So einer kann nämlich die ganze Stimmung versauen, wenn er oder auch gerne mal eine Sie sofort auf Anhieb die Frage in absoluter Perfektion beantworten kann. 

Montag, 19. Januar 2015

(K)eine peinliche Frage: Frauen und der BH

Ich bin noch gar nicht richtig in meinem Klassenzimmer, da bestürmen mich die lieben Kleinen aus der Siebten. Das ist nicht neu, denn das ist nicht irgendeine Siebte, sondern meine Neue. Nun so ganz neu sind sie nach einem halben Schuljahr nun auch nicht mehr.
Als Klassenlehrerin muss ich ständig Fragen beantworten. Meine Schülerleinchen erwarten von mir, dass ich mich um alles kümmere, am besten ihren Stundenplan, samt Vertretungsstunden und Hausaufgaben auswendig kann und vor allem auch Streitigkeiten schlichte. So startet mein Unterricht nie mit Inhalten, sondern mit einem wuseligen Haufen, der mich mit Fragen bestürmt und Anekdoten von all den putzigen Nettigkeiten, die Schüler so im Schulalltag austauschen. Etwa in der Art: Jan hat mir nach dem Sportunterricht seine stinkigen Schuhe ins Gesicht gedrückt, mindestens 5 Minuten und Marco kann es bezeugen.

So muss ich mir immer erst einmal Raum verschaffen und die Kleinen an ihre Plätze verweisen. Ich erkläre ihnen zu jeder Stunde von Neuem, dass ich zunächst eine ordentliche Begrüßung machen möchte und dann gern für wichtige Fragen zur Verfügung stehe. Das dauert ein Weilchen, aber mit ein wenig Ruhe und dem Geschick eines Zirkusdompteurs klappt das relativ zügig. Nun hätte ich die Bande auch an ihren Plätzen. Sie halten den Mund. Wir begrüßen uns. 
Die ersten Fragen hat Nils. Nils hat immer gleich mehrere Fragen und ich hab auch immer ein bisschen Angst davor, weil ich nie weiß, was kommt und vor allem, ob es etwas Ernsthaftes ist. Heute hatte er schon so ein schelmisches Grinsen im Gesicht, das mich im Grunde schon hätte stutzig machen müssen. Ich schau ihn an und nehme ihn dran.
Er hebt die Stimme und seine braunen Augen funkeln. "Also, Frau Dingens, was ich mich schon mein ganzes Leben frage. Also mindestens seit ich zwei Jahre alt bin. Warum tragen Frauen einen BH? Ich habe schon Anja gefragt, aber die wollte es mir nicht sagen." Anja ist die Schülerin, die neben ihm sitzt. Leicht verdutzt entgegnete ich ihm, dass er doch in diesem Falle doch mal seine Mutter zu Rate ziehen könne. Er schüttelt heftig den Kopf. "Also, ne, Frau Dingens. Das ist doch peinlich!"

Freitag, 19. Dezember 2014

Pudding und Weihnachtsferien

Wenn ich an den heutigen Schultag denke, muss ich immer noch schmunzeln, denn so etwas ist mir, so glaube ich, noch nie passiert. Gut, ich mache den Job jetzt noch nicht so lange, dass ich auf eine gefühlte hundertjährige Karriere zurück blicken kann, aber so ein paar Jährchen habe ich nun schon doch die Tafel im Rücken.
Ich musste heute Mittag meine kleinen Schülerleinchen fast schon rausschmeißen, denn sie wollten, so hatte ich zumindest den Eindruck gar nicht nach Hause. Doch wie konnte mir das passieren? 

Samstag, 13. Dezember 2014

Naschmarkt Kreuzberg - süß und herzhaft

Bereits am vergangenen Wochenende machte ich mich mal wieder auf den Weg in die Markthalle Neun in Kreuzberg. Hier war mal wieder Naschmarkt angesagt. Bei diesem Besuch wurde mir mal wieder klar, wie hart dieses Leben ist. Es ist wirklich hart und zwar so richtig hart, vor allem dann, wenn man sich dort zwischen all den Leckereien entscheiden muss. Allein die Tatsache, schon vorher zu wissen, dass man wieder nicht alles probieren, ist schon schrecklich frustrierend.
Die Auswahl fiel wirklich schwer. An diesem Tag startete ich mit einem Scone. Dann gab es zwischendurch einen herzhaften Gang und zwar ein Fischbrötchen mit geräucherter Forelle. Dazu ein Pale Ale von Heidenpeters. Als Dessert gab es ein Schoko-Cuptail mit einer Cognak-Infusion.

Echt hart, aber unglaublich lecker!
Links: Fisch und Bier; Rechts oben: Scone mit Butter, Marmelade und Sahne; Rechts unten: Cuptail

Montag, 24. November 2014

Eine Enttäuschung - Lügen und andere Wahrheiten

Der Film beginnt. Ich freue mich auf gute Unterhaltung und den unglaublich gut aussehenden Florian David Fitz. Mit Bier und Chips gewappnet, lehne ich mich zurück. Vielversprechend startet die erste Szene mit besagten Herrn Fitz als Yoga-Trainer und einer Gruppe Frauen. Ich stelle mir schon vor, wie er Eine nach der Anderen um den Finger wickelt und dann immer schön etwas von Wahrheit und innerem Gleichgewicht philosophiert. Doch weit gefehlt. Er hat zwar eine Beziehung mit einer seiner Schülerinnen, aber da läuft nichts und das obwohl sie sich ihm beinah schon nackt auf den Bauch bindet. Er habe seit sieben Jahren keinen Orgasmus gehabt, weil er, so erklärt er ihr, die Energie von einem zum nächsten Chakra nach oben transformiert. Ich fürchte, dass ich im Grunde schon an der Stelle raus war.

Florian David Fitz in Lügen und andere Wahrheiten

Freitag, 7. November 2014

Freitagsfüller Nr. 27

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  1. Mein lieber Herr Gesangsverein, das kann ja noch was werden!
  2. Ein heißer Sweet-Chilli-Tee mit Honig und Ingwer zum Aufwärmen.
  3. Am 11.11. ist - keine Ahnung - ein gewöhnlicher Wochentag.
  4. Ich hätte wirklich gern mal einen richtig guten Rat gegen trockene Lippen.
  5. Es sieht so aus, dass der Winter jetzt doch noch kommt.
  6. Das Leben bleibt nie wie es ist und ich verspreche, es wird sich immer wieder verändern, ob du willst oder nicht.
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein bisschen Ruhe, morgen habe ich fette Party feiern geplant und Sonntag möchte muss ich mich wohl erholen!
 Freitagsfüller # 293, gefunden bei Barbara 

Donnerstag, 6. November 2014

Bahnstreik und das Ruhrgebiet in Brandenburg

Mein Kollege Drechsler unterrichtet Wirtschaft und befragte nun heut die Schüler nach der wirtschaftsstärksten Region im schönen Brandenburg. Sein verschmitzes Grinsen im Gesicht ließ mich schon ahnen, dass die Schülerantwort wohl eher suboptimal ausfallen wird. So parierte ich blitzschnell mit meiner Antwort und rief lachend in den Raum: "Na, Berlin!" Und ich wähnte mich schon siegessicher die falsche Schülerantwort erraten zu haben. Doch Herr Drechsler schüttelte langsam den Kopf und machte noch eine kleine Pause. Wohl einfach nur, um es noch ein bisschen spannender zu machen.  "Nein, das Ruhrgebiet." Ich zog die Augenbrauen zusammen, legte den Kopf fragend zur Seite und kratzte mich kurz hinterm Ohr. "Und warum brauch ich dann fünf Stunden mit dem Zug bis nach Duisburg?" Herr Müller, die Stimme aus dem Hintergrund erwiderte nur kurz und trocken: "Bahnstreik"