Mittwoch, 29. Juli 2015

Stellenausschreibung auf Bayrisch

Bayern ist schon ein ganz besonderes Bundesland, wie jedes andere natürlich auch. Aber wenn ich an diesen speziellen Ministerpräsidenten denke, dann komme ich nicht umhin, diesen im diplomatischen Sinne als einen ganz besonderen zu bezeichnen. Und zwar besonders in vielerlei Hinsicht.
Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Sondern auf einen sehr witzigen Zettel, der an einem Regensburger Geschäft hing. Der Inhaber sucht offensichtlich eine neue Mitarbeiterin. Doch diese  Stellenausschreibung ist nicht einfach Standard, sondern eben auch besonders und bayrisch dazu.

Freitag, 10. Juli 2015

Ein entspanntes Projekt

In den vergangenen Jahren (es sind tatsächlich schon Jahre - krass!) habe ich schon mehrfach über meine Erfahrungen mit verschiedenen Projektwochen berichtet. Sie reichten von Katastrophe über Desaster bis hin zu schweren Depressionen. Letztere überfielen mich bei der Frage, was ich denn schon wieder bei der Planung und Durchführung falsch gemacht habe. Ich höre schon die Zweifler, die mir mitteilen wollen, dass es vermutlich alles nicht gut durchdacht war. Eine gute Planung ist doch das A und O, spontan geht ja mal so gar nicht. Außerdem muss ein guter Lehrer Schülerantworten antizipieren und sich vorher Strategien zurechtlegen, dass die Schüler dann doch das tun, was der Lehrer sagt. Immer diese tollen Ideen aus der Theorie, die einem in der Praxis so unglaublich wenig weiterhelfen.
Nun aber zurück zur Projektwoche. Diesmal habe ich mich mal wieder wagemutig an ein Tanzprojekt gewagt. Ich hatte ein flaues Gefühl im Magen, den ich ahnte schon Schlimmes. Vor meinem inneren Auge liefen die pubertären Mäuschens aus den achten und neunten Klassen schon wieder zur Höchstform auf, um sich unter Tränen die schlimmsten Beschimpfungen an den Kopf zu werfen. Zur Erinnerung an einige dieser unfassbar emotional ergreifenden Momente verweise ich auf diesen Post. 

Aber mal ehrlich, ich lass mir doch von so ein paar Rotzgören nicht den Spaß verderben. Das wäre ja auch noch schöner. Diesmal ziehe ich das gnadenlos durch. So oder so ähnlich hab ich das den Tanzmäuschen auch direkt am ersten Morgen mitgeteilt. Wer mit meiner Vorgehensweise nicht einverstanden ist, sitzt im Handumdrehen am PC und erstellt eine Präsentation zum Thema Tanz - Geschichte des Tanzes - Bedeutung des Tanzes. Außerdem werde ich ihnen keine fertige Choreographie vorlegen, denn es ist zum einen IHR Projekt und zum anderen sage ich schon das ganze Schuljahr über, was sie zu machen haben. Nun bin ich immer noch völlig von den Socken, denn diese Projektwoche war die Entspannteste aller Zeiten. Ich musste nur noch die Musik anmachen. Gut, zwei kleine Aussetzer gab es, aber die sind wirklich nicht der Rede wert.

Meine Theorie ist nun, dass genau diese Ansage am ersten Tag geholfen hat.

Freitag, 19. Juni 2015

Die geborgte Hose

Ich begab mich vor einigen Tagen nach Leipzig. Es sollte ein schöner Abend mit Musik unter freiem Himmel werden. Doch leider musste ich dazu erst einige Hindernisse überwinden. Zunächst muss ich zum Leidwesen aller Leipziger anmerken, dass es die unfreundlichsten Busfahrer nicht in Berlin, sondern in Leipzig gibt. Die Straßenbahn, die mich zum Hotel bringen sollte, hielt und der Fahrer erklärte, dass die Bahn jetzt irgendwie anders fahren müsse, weil... nun warum auch immer. Aber es sollte ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. So stieg ich in den Bus. Doch nachdem der Busfahrer schon drei Fahrgäste vor mir wegen vermeintlich blöder Fragen angeschissen hatte, wusste ich als blöder Touri auch nicht mehr weiter. Vermutlich hätte er mir auch erklärt, dass er die gleiche Umleitung fahren würde, wie eben schon heut morgen. Blöd nur, dass ich mich heut morgen eben noch nicht in Leipzig aufgehalten hatte, aber wenn dem nämlich so gewesen wäre, hätte ich ja auch nicht fragen müssen. So erkundigte ich mich bei verschiedenen Fahrgästen und fand doch noch den Weg. Zur Ehrenrettung Leipzigs kann ich sagen, dass die Leipziger wirklich ausgesprochen freundlich und hilfsbereit sind.

Dienstag, 9. Juni 2015

Unterricht und Busfahren

Wie funktioniert eigentlich Unterricht? Diese Frage hab ich mir so im Grunde nie so wirklich gestellt, denn es gibt Tage da läuft's und Tage da läuft's eben nicht. Da möchte ich mir am liebtsten den Kopf auf dem Tisch blutig schlagen. Denn da gibt es manchmal Tage, an denen, musst du als Lehrer jeden einzelnen Schritt vorgeben. Da musst du sogar Zehntklässler an die Hand nehmen und alles genau erklären.  

Das musst du dir dann in etwa so vorstellen:
Wir fahren heute Bus. Dort drüben ist die Bushaltestelle. Am besten ich geh mit und zeige euch das mal. Seht her, das ist die Bushaltestelle und hier ist das Schild. Wenn der Bus hält, steigen alle ein. Lasst eure Taschen nicht an der Bushaltestelle liegen. Wir fahren zwei Haltestellen. Achim, zählt mit. Jetzt steigen alle aus. Auch der Paul, der sich ganz hinten hingesetzt hat. Nehmt alle auch eure Taschen mit.
Aber dann gibt es Tage, da steigen die Schüler von ganz allein in den Bus. Das heißt, du musst ihnen noch nicht einmal die Bushaltestelle zeigen. Ein großartiges Gefühl. Dann steigst du selbst in den Bus, gibst Gas und rast mit voller Geschwindigkeit auf den Abgrund zu. Du packst das Lenkrad und hältst die Richtung, wenn du jetzt Glück hast, dann fliegst du mit deinen Schülern im Bus über den Abgrund. Wenn du Pech hat, dann stürzt du ab.
Und für diese Glücksmomente, wenn der Bus über den Abgrund fliegt, bin ich Lehrer geworden. Ups, dabei darf ich doch gar keinen Bus fahren...

Donnerstag, 14. Mai 2015

Spargel mit schwarzen Linsen und Kirschtomaten

Bei dieser tollen Farbkombination hab ich mich gefragt, wer hat denn eigentlich behauptet, dass man mit Essen nicht spielen darf. Ich finde, wenn dabei etwas so Schönes und dazu noch ausgesprochen Leckeres herauskommt, dann sollte es durchaus erlaubt sein, mit dem Essen zu spielen.

Für eine schöne Portion brauche ich folgende Zutaten:

Samstag, 2. Mai 2015

Gespräch beim Bäcker

Kunde: "Kirschkuchen."
Der Herr tippt mit dem Finger auf die Scheibe. Kleine Pause.

Kunde: "Das war's."
Der Kunde würdigt die Verkäuferin keines Blickes.

Verkäuferin: "Das macht dann 3,80€, bitte."

Ich stand daneben und konnte es kaum fassen. Das war wohl das kürzeste Verkaufsgespräch, das ich jemals in meinem Leben mitbekommen habe. Dieser ältere Herr ließ jeglichen guten Umgangston vermissen. Er hätte seinen Kuchen auch gut und gerne aus einem Automaten ziehen können. Mit solch einem Gerät hätte er wenigstens nicht reden müssen.

Ich hoffe sehr, dass dies die Ausnahme ist und wünsche allen, die im Einzelhandel arbeiten einen ruhiges und entspanntes Wochenende. Ich möchte mich jetzt eigentlich gern bei allen Dienstleistern dafür bedanken, dass sie trotz solcher Kunden freundlich bleiben.

Donnerstag, 30. April 2015

Schienenersatzverkehr nach Spanien

Manchmal, nein nicht manchmal, sondern immer gerade dann, wenn es schlecht läuft, sollte ich mir vorstellen in einen Bus zu steigen, der in die Sonne fährt. Das mag vielleicht für den Einen oder Anderen wie Beschiss aussehen, aber hey, ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt. Die beiden Männer vor ein paar Tagen im Bus haben den ganzen beschissenen grauen Tag auch mir Humor genommen.

Der Tag war nicht nur grau, kalt und regnerisch, sondern es haute sogar noch ein paar fiese, fette Schneeflocken auf die Erde. Und dabei war es schon Ende April, also quasi fast schon Mai. Das war zunächst schon mal ätzend genug. Doch dazu kam noch der Schienenersatzverkehr, der die Fahrt umständlich und ewig lang machte. Ist das nicht ein wirklich schönes Wort "Schienenersatzverkehr". Toll! Ich bin ja der festen Überzeugung, dass nur die deutsche Sprache solch schöne Wortungetüme möglich macht.
Nun, ich stieg in den Bus des Schienenersatzverkehrs und ließ mich auf meinen Sitz plumpsen. Ganz ehrlich, ich hatte schon jetzt keine Lust mehr. Da stiegen zwei Herren mittleren Alters ein, die das hier alles offensichtlich viel lustiger fanden wie ich. So begrüßte der Eine die Reisenden mit den Worten: "Ich heiße Sie herzlich willkommen im Reisebus nach Spanien." Fröhlich fügte der Zweite hinzu, dass wir nun den Badeanzug und die Sonnenbrille auspacken sollten. Der Erste lachte und erklärte: "Genau und in Kürze schenken wir dann auch Sangria aus!"

Na dann, auf nach Malle...