Montag, 1. September 2014

Die Babos - zumindest gefühlt

Vergangenen Freitag verließ ich erst recht spät das Schulgebäude, obwohl ich es gerade Freitag gern besonders eilig hatte. Aber manchmal hat man einfach keine andere Wahl oder der Bus fährt eben einfach nicht früher. Aber ich war ja nicht allein, denn einige Schüler cruisten mit ihren Rädern und drehten vor der Schule ihre Runde. Sie begrüßten mich fröhlich, wollten wissen wie es mir geht und was ich so vorhabe. Wir plauderten. Das hat richtig Spaß gemacht.

Ich sprach mit einen frischgebackenen Neuntklässler: "Krass, Rico, du bist jetzt also schon neunte Klasse." Er nickte wissend, lässig. In seiner Geste schwang die Coolness der Überlegenheit, in dem Wissen, dass er jetzt zu den Großen gehört. Dann fragte ich noch: "Und wie fühlt es sich an?" Rico zuckte mit den Schultern und entgegnete nur knapp: "Och, auch nicht anders." Dann hielt er kurz inne, ein fettes und leicht überhebliches Grinsen machte sich in seinem Gesicht breit. "Doch, schon! Als diese Woche die Zehnten auf Klassenfahrt waren, da hat man sich schon wie die Babos gefühlt."

Sonntag, 24. August 2014

Wenn die Motivation mit dem inneren Schweinehund...

Heut morgen ist meine Motivation einfach liegen geblieben. Eiskalt hat sie mich auflaufen lassen als ich aufgestanden bin. Sie drehte sich um und würdigte mich vorerst keines Blickes mehr. Sie ignorierte mich und das obwohl ich morgen nicht nur in ein neues Schuljahr, sondern auch mit einer neuen Klasse starten muss. Den ganzen Tag suchte ich verzweifelt nach einer Lösung. Einerseits wollte ich mich schon ganz gern einfach wieder zu meiner Motivation ins Bett legen, die mich hin und wieder frech angrinste als wolle sie sagen "Komm Baby! Du willst es doch auch." 

Andererseits trieb mich auch das schlechte Gewissen. Schließlich kann ich doch nicht einfach so völlig plan- und vor allem lustlos vor neue Schüler treten. Mal ehrlich, das haben die Kleinen nun wirklich nicht verdient. Sie werden ab morgen in eine neue Schule gehen und das erzeugt sicher eine Menge Aufregung und Nervosität. Es wäre wirklich sehr, sehr ungerecht, wenn ich sie leiden ließe und das nur, weil meine Motivation mit meinem Schweinehund gemeinsame Sache macht und sich den ganzen Sonntag im Bett vergnügt. Die Vorstellung den ganzen Sonntag genüsslich im Bett zu verbringen, ist wirklich echt verlockend. Aber da muss man auch mal Prioritäten setzen.

Also musste ich mich irgendwie austricksen. Das funktioniert bei mir immer ganz gut mit Musik. Auf der Suche nach Guter-Laune-Musik bin ich auf eine junge Frau gestoßen, die sogar meine Motivation aus dem Bett trieb, um sich zu bewegen. Nur der innere Schweinehund, der lümmelt immer noch irgendwo rum. Ich hab ihn schon eine Weile nicht gesehen. Wahrscheinlich erträgt er die ganze Aktivität hier nicht und hat sich in eine ruhige Ecke verkrümmelt.


Montag, 18. August 2014

Ein Ort für Gedanken

Vor ein paar Wochen stellte ich mir die Frage, warum mir die Geschichten für meinen Blog fehlen. Gibt es etwa keine guten Geschichten mehr? Sehe ich sie nicht mehr? Oder wenn ich sie sehe, vergesse ich sie zu schnell? Vielleicht fehlt mir auch das Fingerspitzengefühl die erlebten Geschichten in Worte zu fassen. Um die Worte, die ja bekanntlich all zu flüchtig sind, weil sie wild in meinem Kopf umher schwirren, festzuhalten, habe ich einen Ort gefunden, in dem nun meine Gedanken wohnen dürfen bis ich entscheide, dass sie in die große weite Welt ausziehen dürfen und sich hier in meinen Blog einnisten dürfen.

Ich möchte Euch gern diesen Ort zeigen. Es ist ein kleiner, grüner und besteht aus einem festen Einband und schönem, griffigen Papier. In den nächsten Tagen werde ich nachschauen und sicher auch einigen dieser Gedanken den Weg in die Freiheit schenken. Seit bitte vorsichtig mit ihnen, denn sie sind für mich etwas ganz besonderes.


Donnerstag, 17. Juli 2014

Rotz, Schnief, Hust

Da freut man sich schon Wochen im Voraus auf die verdienten Ferien und das auch schon allein deswegen weil sich dieses Schuljahr sich in etwa doppelt so lang anfühlte wie die vergangenen. In der Fantasie malte ich mir aus, was sich alles mit dieser wunderbaren Zeit im Sommer anstellen ließe. Nicht nur allein dieses Ausschlafen und sich treiben lassen, ist wunderbar. Ich könnte mir ein bisschen Luxus gönnen, über schicke Boulevards flanieren, elegant gekleidet in einer schicken Bar Cocktails schlürfen oder auch einfach mit Lesen, Musik hören und Latte Macchiato den Tag und den Sonnenschein genießen. Ach welch wunderbare, entspannte Vorstellung.

Doch bekanntermaßen sollte man nicht den Tag schon vor dem Abend loben, denn schon am ersten Ferientag spüre ich das Kratzen im Hals. Das Schlucken fällt schwer. Das ließe sich ja zur Not auch noch ignorieren, wenn nicht am nächsten Tag noch eine verstopfte Nase und leichte Kopfschmerzen hinzu kommen würden. Am dritten Tag ist dann alles zu spät. Nicht nur dass ich vor Schmerzen kaum aus dem Bett komme, ich bekomme auch kaum die verklebten Augen auf und auch kaum noch einen Ton aus dem Hals. Das was ich da zwischen meinen Lippen hervorpresse, ist wohl eher ein Krächzen und hat nun so gar nichts mehr mit meinem zarten Stimmen zu tun, welches normalerweise aus meiner Kehle trällert.

Mittlerweile ist eine Woche vergangen, in denen ich mich vom Bett ins Bad und wieder zurückschleppe. Zwischendurch das durchgeschwitze Shirt wechsle und froh darüber bin, dass ich mein zartes Stimmchen zwischen dem Gekrächze wiedergefunden habe. Und vor allem ist mein Humor wieder zurück, der allerdings noch nicht so recht stabil arbeiten mag, denn wenn allein die Vorstellung möglicherweise auch NUR am Strand zu liegen, noch zu anstrengend erscheint, dann brauch ich wohl noch einige Tage zur Genesung.

Freitag, 20. Juni 2014

Ich liebe Sie (zum Zweiten) oder Milf

Heute hatte ich mal wieder so ganz normalen Unterricht, also eigentlich wie immer. Ich stehe oder sitze wahlweise ganz vorn und stelle Fragen. Manchmal referiere ich auch so vor mich hin, obwohl ich mich wirklich bemühe es zu vermeiden. Da fällt mir auf, dies wäre kein guter Satz in einem Arbeitszeugnis: "Sie hat sich bemüht."
Ich hab noch gar nicht richtig angefangen und schon schweife ich ab. Also ich erkläre gerade etwas Wichtiges, obwohl im Grunde eigentlich alles wichtig ist, was ich erkläre, aber dies war eben besonders wichtig. Da sehe ich aus den Augenwinkeln Dan und Konrad plaudern. Nachdem ich meine Ausführungen beendet habe, wende ich mich zu Dan und bitte ihn nochmals zu wiederholen, was ich eben erklärt habe. Ich erwarte, dass er stockt, stammelt oder sich vielleicht sogar dafür entschuldigt, dass er nicht zugehört hat und nicht weiß, wovon ich gerade gesprochen habe. Aber mittlerweile hab ich gelernt, dass dies ausgesprochen selten vorkommt. Und sollte es tatsächlich mal vorkommen, dann muss ich leider davon ausgehen, dass der Schüler es nicht erst meint. Aber heut hat mich mal wieder ein Schüler fast sprachlos gemacht. Denn Dan schaut mich direkt an, seine blauen Augen leuchten als könne ihn kein Wässerchen trüben: "Frau Dingens, ich liebe Sie." Ich bin total perplex und vermutlich steht mir der Mund vor lauter Staunen ein wenig offen. Nur ganz kurz muss ich nach Worten ringen, denn es ist ja nicht das erste Mal, dass diese Worte an mein Ohr dringen. So antworte ich kurz und trocken: "Dan, ich hoffe, das war eine Wette und du bekommst Geld dafür." - "Nein." Ebenso kurz und trocken war Dans Antwort.

Samstag, 7. Juni 2014

Hausaufgaben und FDP

Wenn in einem Kurs von 16 Schülern nur zwei die Hausaufgaben gemacht haben, dann ist das doch offensichtlich ein verdammt mieser Schnitt. Es ist doch absolut nachvollziehbar, dass der Kollege ob dieser Nachlässigkeit, Faulheit und Ignoranz der Schüler mal so richtig wütend ist. Im Lehrerzimmer lässt er seiner schlechten Laune freien Lauf.
Doch Herr List, ein gaaanz ruhiger Typ, in sich ruhend, verschränkt die Arme vor seinem Bauch und lehnt sich erstmal entspannt zurück. Er beobachtet zunächst noch ein wenig den jungen und aufgebrachten Kollegen. Nach einigen Minuten spricht er ihn an und verblüfft mit folgender Rechnung: "Schau mal! Zwei von Sechzehn sind ein Achtel. Und das sind zwölf Prozent. Davon träumt die FDP."

Tataa! Das Comeback

Ich melde mich zurück in den viruellen Dschungel, um mich wieder in schöner Regelmäßigkeit schriftlich auszukotzen, vielleicht auch um euch auch ab und zu zum Lachen zu bringen und eben einfach wieder in die Tasten zu hauen. Manchmal braucht es eben auch eine Pause bis einen die Muse wieder küsst und die Wörter wieder aufs Papier oder naja eher auf den Bildschirm fließen. Nun fliegen meine Finger über die Tasten und es ist echt ein gutes Gefühl. Es ist das Gefühl wieder etwas zu sagen zu haben. Und ich glaube, ich hab euch, alle meine Leser irgendwie vermisst. Auch wenn ich die wenigsten persönlich kenne und sich die Rückmeldungen und Kommentare in Grenzen halten.

Die Rückkehr wurde mir allerdings von Gugl ein wenig erschwert, denn als ich mich anmelden wollte, unterstellte man mir, dass ich unbedingt bei Gugl plus anmelden sollte. Ich klickte mich also recht widerwillig durch. Überall nahm ich die voreingestellten Häkchen raus, in der Hoffnung am Ziel wieder auf meinen Blog zugreifen zu können. Nun bat mich Gugl plus meine Freunde hinzu zufügen, was ich wiederum verweigerte. Aber dann passierte das Unglaubliche. Ich bin durchaus ein wenig verärgert, dass ich von dieser Meldung keinen screenshot gemacht habe, denn Gugl plus meldete "Du bist ziemlich einsam." - Ich schrie in den Bildschirm meines Rechners "NEIN!!! Bin ich nicht." (Zum Glück sitz ich hier grad allein.)

Frechheit! Bodenlose! Wie kann sich so ein Konzern solche Kommentare anmaßen. Wenn draußen nicht die schönste Sonne scheinen würde, hätte ich jetzt wohl die mieseste Laune des Jahrzehnts. Ich und einsam... Danke Gugl!

Aber jetzt bin ich ja wieder hier. Alles wird gut!