Freitag, 4. Mai 2012

Wo liegt eigentlich Japan?

Diese wirklich einfache Frage gab wirklich interessante Einblicke in das topographische Verständnis meiner Schüler. Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass Japan und China im Grunde doch dasselbe sind. Warum sollte man dann auch nicht "China" zu "Japan" sagen, denn die sehen doch da hinten eh' alle gleich aus. Dann ist Japan ja bekanntermaßen eine Halbinsel, die an der Küste liegt und zwar direkt neben Asien, so südöstlich von Deutschland. Oder Japan liegt in China. Vielleicht findet sich Japan ja auch unten rechts neben Russland am Meer.
Neben diesen interessanten Neuigkeiten berechnete eine Schülerin auch die Nord-Süd-Ausdehnung des afrikanischen Kontinents, welches die stolze Summe von 720.000.000km ergab.  (Das entspricht etwa der Entfernung des Jupiters zur Sonne. Aber ich weiß schon, ich bin mal wieder viel zu kleinlich.)

Dienstag, 1. Mai 2012

Hexenfeuer

Früher war alles besser, selbst so ein lausiges Feuer. Am 30. April wird Walpurgisnacht gefeiert und die Winter-Hexe verbrannt. So stand ich nun mit lieben Menschen um das gestrige Feuer herum und stellte ziemlich schnell fest "Es ist langweilig!" - "Genau" erwiderte mein Gegenüber, "und früher hat das außerdem alles viel mehr gefetzt."
Genau, früher mussten wir noch harte Verhandlungen mit unseren Eltern führen, damit wir Abends länger draußen bleiben durften und nicht schon mit Mutti und Vati nach Hause gehen mussten. Heute ist es egal, wann wir nach Hause gehen. Es war aufregend sich mit Freunden am Feuer zu treffen. Vielleicht traf man ja gar den süßesten Jungen der ganzen Schule, den man natürlich nicht ansprach, sondern nur von weitem anschmachtete. Heute hatte ich das Gefühl, hier hängen nur besoffene Penner ab. Natürlich reizte man früher die Ausgehzeit bis zur letzten Minute aus. Naja, ich überzog auch immer gern ein bisschen. Schließlich war es ja dunkel und man konnte doch die Zahlen auf der Uhr so schlecht erkennen. Aber es war gefährlich all zu lang zu überziehen, denn am Ersten Mai hieß es früh raus zum Aufmarschieren. 8 Uhr war Stellprobe und wenn man dann am Abend vorher zu spät ins Bett kam, erwies sich das morgendliche Weckerklingeln möglicherweise mehr als unerfreulich. Aber ich war damals noch jung genug, um das Aufmarschieren am Ersten Mai mit all den Plakaten und Blumen, die die Kleinen gebastelt haben, aufregend zu finden.

Im Grunde bin ich doch ganz froh, dass ich heut nicht mehr zum Ersten Mai raus muss und im Fernsehen auf allen ZWEI Programmen die große Parade aus Berlin übertragen wurde. Vielleicht war ja früher doch nicht alles besser...



Sonntag, 22. April 2012

Tetris bei Ikea

Bei Ikea ist doch immer was los und vor allem Samstag Nachmittag. Da sind Familien, die ihren Wochenendausflug bestreiten, so unter dem Motto "Lass uns doch mal schön bei Ikea Essen gehen!". Da sind Frauen mit ihren Partnern im Schlepptau, die ihre Männer als Lastenesel missbrauchen, um entspannt ihrer Dekolaune zu frönen. Und vor allem sind da all diejenigen, die gerade Zeit haben und auch sonst nix mit ihrer Freizeit anzufangen wissen. Nur bei mir war das natürlich anders, denn ich brauchte ja ganz dringend ein Regal. Aufgrund dieser Notwendigkeit und mit aller Entschiedenheit weise ich nochmals darauf hin, dass mich nicht die Langeweile in das schwedische Möbelhaus trieb, sondern das Bedürfnis nach einem weiteren Möbelstück.

Während ich meine zwei oder drei Kleinteile (ehrlich! mehr waren es wirklich nicht, zumindest diesmal) in den Wagen packen ließ, begann neben mir ein junger Mann ein ziemlich großes und sperriges und bekanntermaßen ausgeklügelt zusammengepacktes Paket aufzureißen. Er murmelte jede Menge Schimpfwörter vor sich hin. "Sch... das passt nicht ins Auto!" Sein Begleiter kam mit einigen Kleinteilen, die bei Ikea ja irgendwie immer mal so nebenbei mit abfallen, ans Auto und befragte seinen Mitstreiter, was denn los sei. "Ja, das Ding krieg ich so nicht ins Auto." Die Jungs fuhren übrigens einen Kleinwagen im Format eines VW Golfes. Ich muss gestehen, dass sich ein wenig Schadenfreude in mir breit machte, weil es zwei Jungs waren und die können doch angeblich immer Größen und Entfernungen total genau und sicher einschätzen. Das so etwas einem Mann passiert, der normalerweise mindestens zwölf Koffer, drei paar Skier und ein Mountainbike souverän und sicher in den Kofferraum eines Trabbis manövriert, verschätzt sich bei der Größe eines Möbelpaketes und dem Fassungsvermögen des eigenen Wagens. Ich kenne Männer, die würden felsenfest behauten, dass so etwas nur Frauen passieren könnte.

So erklärte nun der Erste, der bereits dabei war, den Karton aufzureißen, dass die Einzelteile ganz sicher ins Auto passten. Aber vielleicht war das auch Absicht und die Jungs testeten nur eine neue Tetris-Version: Möbel-Einzeilteile in den Kofferraum eines Kleinwagens stapeln. Hoffentlich waren die Beiden erfolgreich. Leider hatte ich nicht die Zeit bis zum erfolgreichen Abschluss dieser Mission auf dem Parkplatz zu verweilen.

Freitag, 20. April 2012

Kann ich mal Fenster?

Solche oder so ähnliche Fragen bekomme nicht nur ich ständig von meinen Schülern zu hören, sondern auch meine Kollegen freuen sich immer außerordentlich über das ausgesprochen geschniegelte Deutsch der uns anvertrauten Schäfchen. Bei genanntem Beispiel handelte es sich um die gesprochene Sprache von der geschriebenen möchte ich jetzt ungern erzählen, denn das wird dann richtig peinlich. Mutmaßlich scheinen etwa geschätzte 105% unserer Schüler unter LRS, Adhs, Dyskalkulie, C&A oder LMA zu leiden. Das ist doch wohl hoffentlich nicht ansteckend. 
Bei dem Gedanken, dass die Zehntklässer nächste Woche Prüfungen SCHREIBEN müssen, kann einem schon ein wenig mulmig werden. So verwundert es nicht, dass Markus den für Deutsch zuständigen Herrn Schiller befragte, ob man denn die Prüfung nicht um einen Monat verschieben könne. Herr Schiller, leicht amüsiert, antwortete nur trocken: "Und was glaubst du bringt dir das?" Bitter! Die lange Leitung auf der Markus gerade stand, war an seiner Mimik abzulesen, aber er verstand die Botschaft, wenn auch erst etwas später.

Ach und dann hatte Dirk noch eine super Idee, was man mit Schülern machen könnte, die permanent stören. "Wer laut ist, den stellen wir an die Tafel und bewerfen ihn solange mit Exkrementen bis er ruhig ist." Schöner Vorschlag, nicht wahr!? Vermutlich sehr effektiv, wenn auch ein klein wenig eklig.

Montag, 16. April 2012

Vermissen, Baby

Nachdem der Wecker heut morgen viel zu früh klingelte, erstaunte mich mal wieder die Tatsache, dass ich erneut ganz schnell in den Alltag eintauchte und mich vergessen ließ, dass ich Ferien hatte. Schon nach der zweiten Stunde strahlte ich mit täuschend echt gespielter guten Laune meine Schüler an und hauchte "Ach, Leute, jetzt weiß ich, was mir zehn Tage gefehlt hat." Die einhellige Meinung meiner Schüler war natürlich, dass sie mich auch vermisst haben. Es ist in diesen Momenten nicht wichtig, ob die Schüler meine Ironie verstanden haben, weil ich diese kleinen lustigen Spielereien mag.
In der zehnten Klasse zog ich direkt das gleiche Spiel nochmal ab. Erst verzog ich eine leicht saure Miene, so als hätte ich grad in eine unfassbar saure Zitrone gebissen. Die Mädels und Jungs verbreiteten etwa zehn Minuten vor Unterrichtsschluss eine wirklich nervige Unruhe. Nachdem ich noch völlig übertrieben mit den Augen rollte, säuselte ich wiederholt "Jetzt weiß ich, was mir in den vergangenen zehn Tagen gefehlt hat." Natürlich wurde ich auch wieder seitens der Schüler vermisst. Doch nun fügte ich noch an, dass ich es ganz schrecklich finde, wenn diese Truppe in wenigen Wochen die Schule verlässt. Ich würde sie nämlich alle ganz fürchterlich schrecklich brutal vermissen. Plötzlich wurde Karl ganz aufgeregt, seine Augen glänzten und er strahlte mich mit einem unfassbar knuffigen Lächeln an. Dann platzt es aus tiefstem Herzen aus ihm raus: "Dann können Sie ja anrufen. Die Nummer haben Sie ja schon!" Genau, die hab ich ja schon, wie könnte ich das vergessen.

Dienstag, 3. April 2012

Eltern-Lehrer-Schüler-Labertag

Gestern war ein langer Tag, denn die Schule lud die Eltern zum Gespräch. Grundsätzlich eine gute Gelegenheit für interessierte Eltern sich persönlich mit dem Lehrkörper über Leistung und Verhalten ihrer Schützlinge auszutauschen. 
Dennoch ließe sich die ganze Veranstaltung deutlich verkürzen, denn im Grunde bräuchten meine Kollegen und ich einfach nur zwei Platten. Denn auf Fragen wie:
Wie krieg ich meine Tochter auf eine 2?
Wie krieg ich meinen Sohn von der 5 runter? Der blauer Brief war schon ein ziemlicher Schock.
Oder in Situationen wie diesen:
Der knuddelige  Michi, der gerne mal mit seinem vorlauten Verhalten übers Ziel hinausschießt, will doch tatsächlich Abi machen. Seine Mutter fragt, wie er sich noch verbessern kann. Dabei muss er aber noch anmerken, dass er sich in meinem Unterricht wirklich schon stark gebessert hat, denn schließlich steht er ja schon auf 1,7.
Selbst für Härtefälle, wie Jenny, die schweigend neben ihrer Mutter saß und den Tränen nahe war, reicht eine Ansage von maximal drei Sätzen. Offensichtlich war ihr für drei Minuten tatsächlich klar, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit Sitzen bleiben wird. Nebenbei bemerkt vor wenigen Stunden im Unterricht verhielt sich noch ganz anders, nämlich launisch und zickig, unmotiviert und lustlos.

Die Platte, die ich hier brauch, müsste wie folgt besprochen sein: "Mit mehr mündlicher Beteiligung und Eigeninitiative kann sich der Notenschnitt deutlich verbessern. Tafelbilder abschreiben, Hausaufgaben machen und in erster Linie dem Unterricht folgen, also nicht mit dem Nachbarn quatschen, würden auch bessere Noten ergeben."

So und die zweite Platte wär ganz kurz, denn sie wäre dann für die Schüler, die den Inhalt der ersten Platte in vollem Umfang beherzigen und müsste nur "Weiter so!" beinhalten. Allerdings hatte ich mit Eltern solcher Schüler zumindest gestern nicht das Vergnügen.

Sonntag, 1. April 2012

Wie man eine Sex-Plage in Griff kriegt

Jedes Mädel kennt sicherlich diese Art von Kerl ganz genau, diese notgeilen und sabbernden Schleimer, die sich in der Disko beim Tanzen an dir reiben, die du einfach nicht von der Pelle kriegst. Sie sehen all diese sexy gestylten  Schnitten und meinen, nur weil wir an diesem Abend etwas mehr von unseren heißen Kurven zeigen, können sie uns einfach ungestraft antatschen.
Die Sängerin Elsie geht da aber mal so richtig auf Angriff und zeigt uns Mädels wie wir so eine Sex-Plage in Griff kriegen könnten, wenn wir nur so dürften, wie wir wollten.

Im folgenden Clip gibt es mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Das Ganze ist echt witzig und der Titel ist dazu auch noch ganz gut, der übrigens "Time to go" heißt.