Sonntag, 12. März 2023

Currywurst mit Berliner Charme

Wenn man in Berlin ist, muss man eine Currywurst essen, so heißt es. Gesagt, getan.  Meine Schwester steuert zielsicher die erste Bude an. Zugegeben wirkt sie unter der Eisenbahnbrücke etwas schrabbelig und nicht sonderlich vertrauenswürdig. Ein älterer Herr steht hinterm Tresen. Er steht mit dem Rücken zu uns und werkelt seelenruhig vor sich hin. Nach einer kleinen Weile dreht er sich um. Er schaut mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. Sein Blick sagt deutlich, dass er sich die Formalitäten heute spart. Schließlich wissen wir doch beide, worum es jetzt geht.

 

Ich grüße freundlich, bestelle Currywurst mit Pommes dazu Getränke, sage höflich„bitte“ und warte auf eine Reaktion. Er beginnt zu arbeiten, wortlos nimmt er zwei Teller, legt jeweils eine Wurst drauf und beginnt zu schneiden. Die Frage nach mit oder ohne Darm spart er sich, vermutlich erkennt er diese Touristen schon von weitem und die haben sowieso keine Ahnung. Und damit hätte er bei uns Recht gehabt.

 

Das Geld habe ich schon in der Hand. Ich warte darauf, dass er mir sagt, was es kostet. Er quetscht die Soße aus einer Flasche auf die Würste und dreht sich dann um. Er zieht eine große Tüte Pommes unter der Arbeitsfläche hervor. Mit mir zugedrehten Rücken fragt er „Mayo?“. Ich antworte reflexartig „Gerne“. Pommes und Mayo landen auf den Tellern. Er sagt: „17,80€“. Ich lege meinen Schein auf Tresen und erwarte das Wechselgeld. Doch er stellt nur unsere zwei Teller nach oben und fragt die nächsten Kunden, was sie haben wollen. Ich bin irritiert. Da liegt mein Geld offen auf dem Tresen! Ich will es wieder in meine Manteltasche stecken. Schließlich kann ich auch noch später bezahlen. Er sagt: „Lass ruhig liegen.“ Dann legt er den Schein neben seine Kasse und bedient die weitere Kundschaft.

 

Wir essen. Es ist gut. Pommes mit Currywurst eben. Ich denke über mein Wechselgeld nach. Plötzlich tippt mit Jemand auf die Schulter. Der ältere Herr legt mir mein Wechselgeld auf den Tisch. Es stimmt. Ich hatte vorher nachgerechnet. Ich schäme mich ein bisschen, weil ich so misstrauisch war.

 

Wir essen also noch auf, plaudern über dies und das. Meine Schwester wirft den Müll weg und stellt die Teller dann zurück auf den Tresen. Er schaut sie freundlich lächelnd an und fragt, ob es uns geschmeckt hat. Dit is Berlin.

Dienstag, 25. Februar 2020

Widerspenstige Kartoffeln

Einkaufen gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, vor allem bin ich beim allwöchentliche Wochenendeinkauf besonders froh, wenn ich ihn hinter mich gebracht habe. Mein Einkaufszettel ist abgearbeitet, der Einkaufswagen ist voll und nun staple ich meine Waren aufs Band, darunter auch ein Säckchen Kartoffeln, das gleich die Hauptrolle in der folgenden Anekdote spielen wird.
Zügig zieht die Kassiererin alle Waren über den Scanner. -piep - piep - piep-

Montag, 12. November 2018

Eine Jacke und Stifte

Lisa ist sonst immer zuverlässig und pünktlich zum Stundenbeginn an ihrem Platz. Das war sie heute auch. Doch noch bevor ich die Zehntklässer begrüßen konnte, riss sie die Augen auf. Ihr linker Arm schnellte nach oben. Noch ehe ich ihren Namen sagen konnte und fragen konnte, was sie wolle, rief sie mir zu: "Frau Dingens, entschuldigen Sie bitte, aber ich muss noch meine Jacke holen." 

Höflich war sie ja. 

Ich war irritiert. Stirnrunzelnd gab ich zu verstehen, dass ich nicht verstand, wozu sie im Unterricht ihre Jacke brauchte. Lisa verstand mich mittlerweile ohne Worte. So erklärte sie mir, dass ihre Stifte in ihrer Jacke seien und diese brauche sie schließlich im Unterricht. Richtig. Ich nickte langsam, ganz langsam. "O-k-a-y", stotterte ich. Lisa verschwand.
Ich atmete tief durch. "Früher" begann ich und das obwohl ich diesen Satzanfang im Grunde furchtbar finde. Aber ich koketiere hin und wieder gern damit, da ich auf diese Weise eine ganz eigene Aufmerksamkeit bekomme. Schüler mögen persönliche Anekdoten. Außerdem funktioniert dieses "früher" auch als "fishing for compliments", weil Frau Dingens ja noch gar nicht so alt ist. 
Also ich erhob meine Stimme: "Früher, als ich noch zur Schule ging," und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu "so etwa vor hundert Jahren. Da hatte ich eine Schultasche, in welcher unter anderem eine Federmappe war und in dieser Federmappe waren Stifte." Mittlerweile war Lisa wieder da und grinste. "Ich hab halt meine Stifte in der Jacke..."

Freitag, 3. August 2018

Altenburg

Wer eine Reise macht, der kann was erzählen. Dieses alte Sprichwort bewahrheitete sich heute bei mir mal wieder. Ich bin mit der Deutschen Bahn unterwegs. Beim Gleiswechsel durch eine Unterführung fällt mir ein braungebranntes Pärchen auf. Beide berucksackt. Er bewegt sich schnellen Schrittes, sein Oberkörper nach vorn gebeugt. Vielleicht ist er mit dieser Körperhaltung schneller oder sein Rucksack ist so schwer. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall habe ich den Eindruck, dass sie nicht genau weiß, wo sie hin müssen. Sie schaut sich unsicher um.

Montag, 18. Juni 2018

Fehlende Konzentration

Eine Zehntklässlerin hatte heute einen Termin zur Nachprüfung. Es ging bei ihr um einen besseren Schulabschluss. Das heißt also, wenn sie sich mit dieser Prüfung in einem Fach verbessert, dann wird ihr Abschluss besser. Die Prüfung sollte im Fach Kunst stattfinden. Der Kunstlehrer war sehr gut vorbereitet und selten so aufgeregt wie heute, denn es wäre seine Premiere gewesen. 

Am Dienstag hat Herr Kunst ihr alles Wichtige erklärt. Nach dieser Besprechung scharwenzelte die junge Dame noch durch das Schulhaus. Es war eine Überraschung für so manche Schüler ihr zu begegnen, da die Zähntklässler derzeit im Praktikum sind und sich somit nicht im Schulhaus aufhalten. So waren die anderen Schüler verwundert über ihre Anwesenheit. Einige Schüler scharten sich um sie.

Dienstag, 23. Januar 2018

Ein Stift zum Stundenende

Der Unterricht in der Neunten neigt sich dem Ende zu. Es sind nur noch zwölf Minuten bis zur Pause, vielleicht waren es auch nur noch zehn. Ich bin mir nicht ganz sicher.
Ein junger Mann meldet sich, ach was sag ich, er winkt. Er ist sehr, sehr aufgeregt. Seine blauen Augen hat er weit aufgrissen. Sein Verhalten, das dem eines aufgescheuchten Huhnes gleicht, lässt mich darauf schließen, dass das, was er sagen möchte, wirklich mal so richtig wichtig ist.
Ich möchte ihn ja gerne aufrufen, aber ich bin nicht schnell genug. Nun, ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste. Um seiner Meldung weiteren Nachdruck zu verleihen, ruft er zusätzlich meinen Namen: „Frau Dingens, Frau Dingens!!!“ (Und wenn ich drei Ausrufezeichen schreibe, dann meine ich das so.)
Ich frage ihn, was denn so kurz vor Unterrichtsschluss so wichtig sei. Er fragte in seinem zuckersüßeten Säuselton, ob er auf Toilette dürfe. "Es sind doch nur noch ein paar Minuten bis zur Pause", entgegnete ich ruhig. "Aber, aber... Frau Dingens, der Stift malt schon..."

Freitag, 21. Juli 2017

Bulgur mit Melone und Gurke

Im Sommer bin ich ein großer Fan von leichter Kost. Ich experimentiere gerne mit Gewürzen und gerade die Kombination von Schärfe und Süße hat es mir angetan. Wer aber meint, ich mag Pizza Hawaii liegt völlig falsch!
Frischer Sommersalat mit Melone, Minze und Bulgur
Zutaten:
Eine Gurke
Eine Tasse Bulgur (oder Couscous)
Zwei rote Paprikaschoten
500g Melone
100g Cashewkerne

Dressing: 2 Limetten (Saft und Schale), 5 El Essig (Weißweinessig, Apfelessig oder weißer Balsamico), 5 El Olivenöl, Salz, Pfeffer, ein Bund Minze, eine frische Chilli, 1 El Senf, 1 El Zucker oder Honig,

Sonntag, 16. Juli 2017

„Oh, das ist jetzt aber blöd.“

Eine Szene wie aus Ladykracher. Das Setting: Klassenfahrt. Es ist kurz nach Mitternacht und ich wäre dabei Anke Engelke, die sich mit verschränkten Armen und bösem Blick vor einem Schüler aufbaut, der sich gerade aus der dritten Etage zu den Mädels nach unten schleichen möchte. Der junge Mann steht da barfuß, in Shorts und T – Shirt. Die Überraschung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Er hat nicht damit gerechnet, dass ich ihn dabei ertappe, dass er eine gute Stunde nach Beginn der Nachtruhe sein Zimmer verlässt.

Aus dem Unterricht kenne ich ihn äußerst spontan und reaktionsschnell, um nicht zu sagen frech und durchaus auch vorlaut. Nach einer Schrecksekunde stellt er dann trocken fest: „Oh, das ist jetzt aber blöd. Ich geh dann mal wieder.“ So dreht er sich um und verschwindet treppauf. Ich grinse in mich hinein und sag leise: „Ja, dann mach das mal…“

Schnitt

Dann berichte ich meiner Kollegin davon und uns schüttelt ein heftiger Lachflash mit Tränen in den Augen. Wir sind uns einig. Klassenfahrt fetzt!

Freitag, 5. Mai 2017

Ohne Worte spricht mein Körper

Vor ein paar Tagen war ich im Ausland unterwegs. Spazierenderweise genoß ich die Sonne und den Park. Vor mir lief eine kleine Gruppe, vermutlich ein Vater mit seinen beiden Jungs. Die Jungs hatten Papier in den Händen. Bloß gut, dass auch gerade ein Mülleimerauf dem Weg rumstand. Naja, im Grunde stand da ja alle paar Meter einer. Glücklicherweise war das in dem Fall so. Normalerweise kenne ich das eher so, dass man eben keinen Mülleimer findet, wenn man einen braucht. Aber von fehlenden Mülleimern möchte ich heute nicht berichten. Vielleicht, bei Bedarf ein anderes Mal...

Also die Jungs waren durchaus bemüht ihren Müll im besagten Mülleimer zu entsorgen. Nur wer kennt das Problem nicht. Das Papier klebt an den Fingern oder man hat die Flugbahn des Papiers falsch berechnet oder man schüttelt das Papier so locker aus dem Handgelenk, um wenigstens den Anschein zu erwecken, dass man ja das Papier auch wirklich in den Papierkorb werfen möchte. Keiner will ja als Umweltschwein gelten und selbstverständlich entsorgen wir unseren Müll im entsprechenden Behälter. Gerade wir Deutsche sind ja ganz vorne dabei, was Müll sortieren angeht. Die Jungs also schütteln so locker - flockig ihr Papier aus dem Handgelenk und es landet direkt neben dem Papierkorb. Der Jüngere schaut fragend zu dem Älteren hoch. Der Ältere zuckt mit den Achseln und entgegnet in einer Sprache, die ich weder spreche, geschweigedenn kenne, vermutlich etwas wie "Dumm gelaufen" oder "Pech".

Montag, 14. November 2016

Sonntag, 27. März 2016

Bela B. fährt Bus

Gestern war ich mit mal wieder mit dem Bus unterwegs. Ich stand an der Haltestelle und fummelte so an meinem Kopfhörern rum. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass der Bus die Haltestelle ansteuert und ich traute meinen Augen kaum. Mein erster Gedanke war: "Der kleine Bruder von Bela B. fährt im Erzgebirge Bus. Obwohl es könnte auch sein Sohn sein."
Doch bevor ich die Geschichte erzähle, spielen wir doch mal das beliebte Spiel mit den Vorurteilen. Öffnet jetzt mal die Schublade, auf der "Busfahrer" steht. Bei mir jedenfalls ist da ein älterer Herr drin, bei dem das Diensthemd ein klein wenig über dem Bauch spannt und die graue Strickjacke, die er trägt, ist schon ein bisschen abgeschubbert. Diplomatisch formuliert hat das mit Sicherheit bequeme Kleidungsstück seine besten Jahre hinter sich. Der Herr ist schon grau und die Haare sind dünn. 
Souverän, wenn auch lustlos manövriert er den Bus auch durch die engsten Kurven. An dieser Stelle fallen mir noch die bösen Seitenhiebe eines LKW-Fahrers ein, der behauptete, dass Busfahrer nur geradeaus fahren könnten. Vermutlich ist das auch so ein formschönes Vorurteil. Als Fahrgast wartet man vergeblich auf eine Reaktion, wenn man den Bus betritt. Kommunikation ist auch überbewertet. So erhält man wortlos seinen Fahrschein, denn der Herr kennt natürlich das gesamte Tarifangebot aus dem Efef. Vermutlich sogar aus den vergangenen zwanzig Jahren.

Freitag, 29. Januar 2016

Verschwinden

Nachdem ich mich schon vor einiger Zeit - huch - es sind doch tatsächlich schon mehr als fünf Jahre als Lehrer geoutet habe, offenbare ich hier nun eine Leidenschaft aus meinem Privatleben. Ich spiele nämlich seit einem Jahr Theater. Viele mögen jetzt vielleicht der Meinung sein, dass ich das gar nicht bräuchte, denn schließlich hab ich ja schon beruflich den ganzen Tag Theater. Das mag wohl in gewisser Weise schon richtig sein, aber die Stücke, die meine Schülerleinchen so abliefern, sind meist nicht ganz so gut und der Unterhaltungswert hält sich nicht immer, aber meist auch in Grenzen. Außerdem muss ich beruflich immer die Rolle "Lehrer" geben, auch wenn die durchaus sehr abwechslungsreich sein kann, war ich auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

So landete ich also beim Theater. Diese Rolle, die mir zugeteilt wurde, war nun wirklich nicht für mich geschrieben, wohl eher im Gegenteil und verlangte einiges von mir. Doch nach und nach hab ich mich mit diesem fiesen Typen, den ich darstellen muss, angefreundet. Ich bin im Alltag nämlich recht selten, also eher gar nicht fies. (Naja außer manchmal zu Schülern, wenn sie keine Hausaufgaben machen oder mir nicht zuhören.) Doch mittlerweile macht mir diese Rolle sogar richtig Spaß. Ich muss gestehen, so ein bisschen Fiessein fetzt.
Die Premiere war aufregend. Das Adrenalin schoss durch meinen Körper. Es war wirklich eine krasse Erfahrung. Doch nach dem dritten oder vierten Auftritt war es echt schwer die Konzentration zu behalten. Zwischen meinen Auftritten saß ich also mit meinen Schauspielkollegen hinter der Bühne. Wir müssen uns ja leise verhalten, damit wir das Stück vorn auf der Bühne nicht stören und auch das Publikum nicht ablenken. Somit fallen Gespräche schon mal aus. Es bleibt leises Getuschel, das uns ab und an ein wenig die Zeit vertreibt. Manchmal wird mit dem Händi gespielt. Doch letztendlich sitzen wir alle auf Stühlen und warten auf unseren nächsten Auftritt.
Ich gähne. Ich bin echt müde und mir ist wirklich langweilig. Es ist also keine Überraschung, dass ich nochmals gähne. Und nochmal. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass mir schrecklich langweilig ist? Ich gähne schon wieder sehr herzhaft. Meine Schauspielkollegin schaut mich ernst an und fragt nur kurz: "Langweilig?" Ich reiße die Augen auf. Ich bin irritiert und denke nur: "Ja klar und wie!" Dann fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu: "Dann geh doch!" 

Der Gag saß. Ich wollte lachen, aber ihr wisst schon, wir sitzen immer noch hinter der Bühne und das Stück ist noch lange nicht zu Ende.

Freitag, 15. Januar 2016

Freitagsfüller Nr. 30

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  1. Die Schnelligkeit  war noch nie meins.
  2. Ist doch Jacke wie Hose, könnte auch andersrum sein.
  3. Ich war im - das spielt doch keine Rolle. Es zählt nur das Hier und Jetzt.
  4. Das eine oder andere Paar Schuhe steht unten im Kleiderschrank.
  5. Ich muss unbedingt mal wieder Knutschen im Kino sehen.
  6. Ich mag es, wenn in der dunklen Jahreszeit Kerzen auf meinem Tisch stehen.
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Ruhe und Entspannung morgen habe ich  einen Shiatsu-Kurs geplant und Sonntag möchte ich mit meinem Schatz auf der Couch kuscheln!

 Freitagsfüller # 352, gefunden bei Barbara 

Montag, 23. November 2015

Die Jugend von heute ist besser als ihr Ruf

Heute morgen musste ich mal wieder Bus fahren. Bedauerlicherweise, denn meine ausgesprochen sympathische und sonst äußerst zuverlässige Mitfahrgelegenheit war heute unpässlich. 

Ich betrat den Bus. Der Busfahrer freute sich auch mich mal wieder zu sehen. Dann begann das alte Spiel und ich suchte mir einen Sitzplatz. Das erwies sich anfänglich als ein etwas schwierigeres Unterfangen, denn der Bus schien voll besetzt zu sein. In erster Linie zwar von Schülern, aber in zweiter Linie von Taschen, Rucksäcken und dicken Winterjacken. Als ich dann ganz hinten im Bus angekommen war, machte sich der Frust in mir breit: So ein Mist, so früh, kalt draußen und noch nicht mal ein Sitzplatz. Doch dann räumte eine freundliche, aber sehr ruhige Achtklässlerin Jacke und Tasche vom Platz neben sich und ich konnte mich setzen. Ich schloss die Augen, stöpselte mir die Kopfhörer ein und startete die Musik. Nichts hören und nichts sehen - das wünschte ich mir. Ich erwartete eine ruhige Fahrt, in der die Schülerbande um mich herum auch nur Musik hört oder irgendwie halbherzig noch irgendwelche Vokabeln lernt.

Montag, 12. Oktober 2015

Klimadaten aus Kanada

So ein Klimadiagramm hat bekanntermaßen alleweil seine Tücken. Man muss so ein komisches Koordinatensystem zeichnen. Dazu braucht man ein Lineal und auch noch einen gut gespitzen Bleistift. Die Achsen müssen überflüssigerweise auch noch auf bestimmte Weise beschriftet werden und dann muss man auch noch so viele Werte, also insgesamt so um die 24, eintragen.Irgendwann weiß man dann auch gar nicht mehr so ganz genau, was jetzt nochmal die Temperatur und was der Niederschlag ist.Und dann ist wieder die Frage offen, ob das nun ein Balken-, Torten- oder was auch immer für Diagramm werden soll. Aus diesen hoffentlich nachvollziehbaren Gründen entschied ich mich dafür, dass die Schülerleinchen für den Test dann doch keins zeichnen müssen. Außerdem empfand ich das nun einer zehnten Klasse nicht mehr würdig. Ich wollte dann doch lieber wissen, ob sie in der Lage sind den Klimadaten ein passendes Plätzchen auf dem Globus zu zuordnen. Das gelang dann eher so mittelprächtig.
Doch die folgenden Antwort verschlug mir den Atem. Ist das nun schon der Klimawandel oder hat sich ein ganzes Land entschlossen seine Lage zu verändern? Wie würde das denn funktionieren? Also im Grunde sind ja Länder und Grenzen auch nur von Menschen gemacht. So wäre es doch wohl auch möglich Nationen und Grenzen auch wieder beliebig zu verändern.

Also warum sollten die Temperaturen in Kanada nicht ganzjährig um die 25°C liegen. Für den Sommerurlaub, am Strand chillen und Cocktails schlürfen geht es ab sofort nach Kanada.

In Kanada ist es immer warm.

Freitag, 9. Oktober 2015

Freitagsfüller Nr. 29

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  1. Das Zimmer mit dem kuschligen Bett ist mir das liebste.
  2. Tanzen, Singen und Knutschen sind meine Leidenschaften.
  3. Der Abschied ist für mich oft mit Tränen verbunden, aber man sieht sich immer zweimal im Leben.
  4. Ein Lächeln auf die Schnelle versüßt den Alltag.
  5. Ich könnte mal wieder ins Kino oder tanzen gehen.
  6. Ein schöner Garten findet sich vor meinem Küchenfenster.
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein lecker Bierchen, morgen habe ich  Pizza essen mit Freunden geplant und Sonntag möchte ich am liebsten nichts tun, aber der Haushalt macht sich nicht von allein!
 Freitagsfüller # 341, gefunden bei Barbara

Montag, 31. August 2015

Erster Schultag - Halt's Maul

Wenn der erste Schultag nach so wunderbaren Sommerferien nicht schon schlimm genug wäre, dann wird man auch noch mit solch einem Rucksack begrüßt.


Mittwoch, 29. Juli 2015

Stellenausschreibung auf Bayrisch

Bayern ist schon ein ganz besonderes Bundesland, wie jedes andere natürlich auch. Aber wenn ich an diesen speziellen Ministerpräsidenten denke, dann komme ich nicht umhin, diesen im diplomatischen Sinne als einen ganz besonderen zu bezeichnen. Und zwar besonders in vielerlei Hinsicht.
Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Sondern auf einen sehr witzigen Zettel, der an einem Regensburger Geschäft hing. Der Inhaber sucht offensichtlich eine neue Mitarbeiterin. Doch diese  Stellenausschreibung ist nicht einfach Standard, sondern eben auch besonders und bayrisch dazu.

Freitag, 10. Juli 2015

Ein entspanntes Projekt

In den vergangenen Jahren (es sind tatsächlich schon Jahre - krass!) habe ich schon mehrfach über meine Erfahrungen mit verschiedenen Projektwochen berichtet. Sie reichten von Katastrophe über Desaster bis hin zu schweren Depressionen. Letztere überfielen mich bei der Frage, was ich denn schon wieder bei der Planung und Durchführung falsch gemacht habe. Ich höre schon die Zweifler, die mir mitteilen wollen, dass es vermutlich alles nicht gut durchdacht war. Eine gute Planung ist doch das A und O, spontan geht ja mal so gar nicht. Außerdem muss ein guter Lehrer Schülerantworten antizipieren und sich vorher Strategien zurechtlegen, dass die Schüler dann doch das tun, was der Lehrer sagt. Immer diese tollen Ideen aus der Theorie, die einem in der Praxis so unglaublich wenig weiterhelfen.
Nun aber zurück zur Projektwoche. Diesmal habe ich mich mal wieder wagemutig an ein Tanzprojekt gewagt. Ich hatte ein flaues Gefühl im Magen, den ich ahnte schon Schlimmes. Vor meinem inneren Auge liefen die pubertären Mäuschens aus den achten und neunten Klassen schon wieder zur Höchstform auf, um sich unter Tränen die schlimmsten Beschimpfungen an den Kopf zu werfen. Zur Erinnerung an einige dieser unfassbar emotional ergreifenden Momente verweise ich auf diesen Post

Aber mal ehrlich, ich lass mir doch von so ein paar Rotzgören nicht den Spaß verderben. Das wäre ja auch noch schöner. Diesmal ziehe ich das gnadenlos durch. So oder so ähnlich hab ich das den Tanzmäuschen auch direkt am ersten Morgen mitgeteilt. Wer mit meiner Vorgehensweise nicht einverstanden ist, sitzt im Handumdrehen am PC und erstellt eine Präsentation zum Thema Tanz - Geschichte des Tanzes - Bedeutung des Tanzes. Außerdem werde ich ihnen keine fertige Choreographie vorlegen, denn es ist zum einen IHR Projekt und zum anderen sage ich schon das ganze Schuljahr über, was sie zu machen haben. Nun bin ich immer noch völlig von den Socken, denn diese Projektwoche war die Entspannteste aller Zeiten. Ich musste nur noch die Musik anmachen. Gut, zwei kleine Aussetzer gab es, aber die sind wirklich nicht der Rede wert.

Meine Theorie ist nun, dass genau diese Ansage am ersten Tag geholfen hat.

Freitag, 19. Juni 2015

Die geborgte Hose

Ich begab mich vor einigen Tagen nach Leipzig. Es sollte ein schöner Abend mit Musik unter freiem Himmel werden. Doch leider musste ich dazu erst einige Hindernisse überwinden. Zunächst muss ich zum Leidwesen aller Leipziger anmerken, dass es die unfreundlichsten Busfahrer nicht in Berlin, sondern in Leipzig gibt. Die Straßenbahn, die mich zum Hotel bringen sollte, hielt und der Fahrer erklärte, dass die Bahn jetzt irgendwie anders fahren müsse, weil... nun warum auch immer. Aber es sollte ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. So stieg ich in den Bus. Doch nachdem der Busfahrer schon drei Fahrgäste vor mir wegen vermeintlich blöder Fragen angeschissen hatte, wusste ich als blöder Touri auch nicht mehr weiter. Vermutlich hätte er mir auch erklärt, dass er die gleiche Umleitung fahren würde, wie eben schon heut morgen. Blöd nur, dass ich mich heut morgen eben noch nicht in Leipzig aufgehalten hatte, aber wenn dem nämlich so gewesen wäre, hätte ich ja auch nicht fragen müssen. So erkundigte ich mich bei verschiedenen Fahrgästen und fand doch noch den Weg. Zur Ehrenrettung Leipzigs kann ich sagen, dass die Leipziger wirklich ausgesprochen freundlich und hilfsbereit sind.