Mittwoch, 15. Januar 2014

Ein Hund

Es fliegt ja immer mal wieder zerknülltes Papier in der Gegend herum. Dieses gute Fundstück habe ich einem Schüler abgenommen. Seiner Banknachbarin war es etwas peinlich. Ich konnte es an ihrem Gesicht ablesen, aber Josh erklärte mir mit seinem strahlendsten Lächeln, dass das auf dem Blatt lediglich ein Hund sei. Ich schaute mir das Bild genauer an, lächelte und nickte: "Genau, Josh! Das ist ein Hund mit großen Kulleraugen, die dich anschauen und Schlappohren." Von der Seite bestellte Martin auch noch ein Bild. Er wolle auch gern so einen Hund, nur die Augen müssten ein bisschen größer sein." Vani, die Banknachbarin von Josh, schnappte nach Luft und riss die Augen auf: "Aber, aber Frau Dingens! Das ist kein Hund." Ich zwinkerte Josh an, blickte nochmal auf die Zeichnung und erklärte nochmals ruhig: "Natürlich ist das ein Hund!"

Freitag, 20. Dezember 2013

Ein Keks

Was macht man so mit seinen Schülerleinchen am letzten Schultag vor Weihnachten. Die meisten meiner Kollegen vertrieben sich die Zeit ähnlich wie ich, nämlich mit Essen. Außer Herr Krawatnik, denn der schrieb noch in der letzten Stunde mit der zehnten Klasse eine Klassenarbeit. Ganz schön hart...

Unter dem Stundenthema "Gemeinsames Weihnachtsfrühstück" wurden so in fast allen Klassen (eben außer in der Zehnten) Unmengen an Keksen, Schokolade und auch selbst gebackenen Plätzchen vertilgt. Soweit so gut und vor allem auch nichts Besonderes. Aber dieses Jahr hatte ich mein eigenes Plätzchen. Das hatte Jasi extra nur für mich dekoriert und da stand sogar mein Name drauf.

Mein persönliches Plätzchen mit Herzchen *freu*

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Die zehn gemächtigen Gebote

Wie schon in den vergangenen Jahren beschäftigen sich die Neuntklässler mit den zehn Geboten, wenn auch nicht ganz freiwillig. Zunächst müssen sie sich schließlich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen, welches in einer eher atheistischen Gegend dazu führt, dass die Aufgabe doch teilweise eher mit Widerwillen durchgeführt wird. Aber ich als böse Lehrerin nehme mir diese Arbeiten immer gern mit, um die Argumentation zu bewerten.

Aber dann, wenn ich sage, dass sie nun ihre eigenen zehn Gebote erstellen dürfen, freuen sie sich wie die kleinen Kinder, was sie ja nun in der neunten Klasse mit 14 oder 15 Jahren nun einmal de facto auch noch sind. Manche nehmen die Aufgabe sehr ernst und ihre Ergebnisse sind damit auch wirklich pädagogisch echt wertvoll, aber leider nicht sehr lustig. Manche überschlagen sich allerdings auch, wie die beiden Jungs im vorliegenden Beispiel. Das ist nämlich nicht nur sehr lustig, sondern strotzt auch noch so vor lauter pubertärem Testosteron.

Freitag, 13. Dezember 2013

Kleiner Dampfer

Ein kleiner Dampfer mit zwei Schornsteinen


Es sind doch die kleinen Dinge, die einen Freude schenken und manchmal ist es die kleine Bastelei einer Schülerin von der es man nicht erwartet hätte.
Danke Sasi!

Silvesterknallen

Es gibt diesen Unterricht, der läuft von alleine. Die Schüler arbeiten in Gruppen, sie arbeiten wirklich und quatschen nicht. Ich liebe diese Atmosphäre, denn es ist entspannt für die Schüler, aber natürlich auch für mich. Denn ich muss nicht ständig wie ein Schießhund lauern und kontrollieren, wer was macht oder eben im Zweifelsfall eben auch nicht macht. Im Grunde nervt es mich nämlich unglaublich den Schülern ständig gebetsmühlenartig ihre Fehler aufzuzeigen. Mir macht es viel mehr Spaß mir die Gruppenarbeiten anzusehen, zu loben und mich zu freuen, was alles läuft. In dieser Atmosphäre werden meine Tipps und Hinweise nicht als Kritik aufgefasst (unter dem Motto: "Sie finden immer alles scheiße!" oder "Sie sind nie zufrieden!"), sondern als Unterstützung. Zumindest glaube ich das gern und red es mir deswegen auch besonders gern ein.

In einer solchen gelösten Gruppenarbeitsstunde fragte mich Deniz, was ich denn Silvester machen würde.

Donnerstag, 28. November 2013

Runterholen

Schon heut in der Mittagspause fiel mir die Jeans von Henni auf. Schon aus der Ferne leuchteten viele kleine bunte Flicken auf seiner Hose. Ich dachte nur so ganz kurz noch bei mir, dass das zwar schon ein wenig komisch aussähe, aber wir sind ja quasi auf dem Dorf und da trägt die Jugend schon mal komische Sachen. Also zumindest war das früher so, also früher als ich jung war und auf dem Dorf zur Schule ging. Meiner Ansicht nach ändern sich solche grundlegenden Dinge nie. Der direkte Zusammenhang zwischen schlechtem Klamottenstil und Jugend vom Dorf ist sozusagen ein Naturgesetz. Aber wie dem auch sei, dieses Bild fiel mir dann erst zwei Stunden später wieder ein als die Kinderchen vor der Schule auf den Bus warteten.
Ich ging an der Truppe Jungs vorbei und Henni strahlte mich schon von weiten an und rief: "Frau Dingens, ich hab hier noch ganz viele Aufkleber am Arsch!" und drehte mir sein Hinterteil entgegen. Keinesfalls geistesgegenwärtig, aber auf jeden Fall um keinen schlechten Scherz verlegen fragte ich, ob ich mir da etwa einen abmachen sollte. Paule, der daneben stand, konterte nur kurz und trocken: "Nein, runterholen..."

Genau.... runterholen. Ich hätte dieses Wort beinah in meinem Satz verwendet und mir wäre die Doppeldeutigkeit in diesem Zusammenhang noch mal bewusst gewesen. Da hätt ich mich ja mal wieder blamiert...

Freitag, 8. November 2013

Sprung auf ein Nagelbrett

Bekanntlich sind die Unterschiede zwischen den Klassen zumeist wirklich immens. Allerdings ist es eben aber auch nur eine Plattitüde, wenn so im Schulalltag feststellt wird, dass jede Klasse anders sei. Was in der einen Klasse super läuft, funktioniert in einer Anderen gar nicht. 

Doch heute formulierte diesen Allgemeinplatz unser neuer Kollege, der Herr Mülla, in einem sehr schönen, geradezu geschmeidigen Bild: "Wenn ich von der Neunten in die Achte gehe, dann ist dass wie ein Sprung vom Zehn-Meter-Brett und zwar direkt auf ein Nagelbrett."

...

Aua!!!